Der Mord an dem Lehrer Samuel Paty nahe Paris und das neuerliche Attentat in Nizza gehörten in den vergangenen Wochen zu den Ereignissen, die die Corona-Pandemie vom Spitzenplatz der Nachrichten in Frankreich verdrängten. Doch auch das Virus verändert das Land. Als Cécile Wajsbrots Roman „Zerstörung“ erschien, las er sich fast wie eine Weissagung: Die Theater und die Opernhäuser spielen nicht mehr. Die Straßen sind leer. Und sollten doch Menschen einander draußen begegnen, sind sie gehalten, ohne Gespräche weiterzugehen. Doch schlimmer noch: Es herrscht eine Atmosphäre des Misstrauens und der Bespitzelung. Mitte November sollte Cécile Wajsbrot in der Berliner Akademie der Künste aus dem Roman lesen und mit ihrer Übersetzerin, der jüngst mit dem Deutschen Buchpreis geehrten Anne Weber, sprechen. Das ist abgesagt. Unser Interview über die Lage in Frankreich haben wir am Telefon geführt.

Berliner Zeitung: Cécile Wajsbrot, fühlen Sie sich wie eine Kassandra mit Ihrem Buch? Einiges, was Sie in „Zerstörung“ schildern, ist bereits eingetroffen.

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