Wenn sie verrät, über wie viele Schuhe sie verfügt, dann dürfte Liza Snook sich des Respekts der meisten Frauen auf Erden gewiss sein: Es sind 2500 Paar. Allerdings besitzt sie sie nicht alle im wahren Leben. Die niederländische Grafikdesignerin – Jahrgang 1965, Schuhgröße 40 – ist Direktorin und Gründerin eines Museums im Internet, in dem sie Abbildungen hinreißend künstlerischer, wahnwitziger und mitunter völlig untragbarer Modelle versammelt: Sandalen mit Bürstensohlen für den Frühjahrsputz, Pumps, die aus einem Miniatur-Frauenkörper in Peepshow-Verrenkung bestehen, mit Vogelfutter besetzte Slipper, Plateausohlen aus Elefantendung, Absätze mit Fangzähnen, Stiefeletten aus Pferdehufen.

Daraus ist nun eine reale Ausstellung im Leipziger Grassi-Museum geworden. Pumpswetter herrscht dort nicht gerade, deswegen erscheint Liza Snook zur Vorbesichtigung in Adidas-Basketballstiefeln. Aber natürlich nicht in irgendwelchen, sondern in einem Modell aus knallblauem Satin, bestickt mit Rosen, bestückt mit Flügelchen und entworfen vom Modedesigner Jeremy Scott zu Ehren des chinesischen Neujahrsfestes. Limitiert und gerade erst gekauft, sagt sie mit diesem gewissen Glitzern in den Augen.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.