Schulz: Barenboims Job nur mit ganzer Kraft zu machen

Nach der Erkrankung von Generalmusikdirektor Daniel Barenboim geht die Staatsoper Unter den Linden unsicheren Zeiten entgegen. „Daniel Barenboim hat selbst o...

Berlin-Nach der Erkrankung von Generalmusikdirektor Daniel Barenboim geht die Staatsoper Unter den Linden unsicheren Zeiten entgegen. „Daniel Barenboim hat selbst oft gesagt, dass man dauerhaft so einen Job nur mit ganzer Kraft machen kann“, sagte Intendant Matthias Schulz der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Deswegen wird es in den nächsten Wochen sicher weitere Gespräche geben.“ Schulz hob die Bedeutung des Postens für das Haus hervor. „Der Generalmusikdirektor hat völlig klar eine Schlüsselposition.“

Barenboim hatte bekannt gegeben, sich aus gesundheitlichen Gründen in den kommenden Monaten von einigen seiner Auftritte, insbesondere von Dirigaten, zurückzuziehen. Er müsse sich so weit wie möglich auf sein körperliches Wohlbefinden konzentrieren, schrieb der 79-Jährige. Es sei offenbar schwer, Vorhersagen zum Verlauf der Genesung zu treffen, sagte Schulz. „Damit müssen wir uns gemeinsam auseinandersetzen.“

Schulz ist seit 2015 an der Staatsoper. „Es war ja von Anfang an mein Auftrag, das Haus in die Zukunft zu führen, auch den Wiedereinzug in ein unfertiges Haus vergessen zu machen, vielfältige Kräfte zu stärken“, sagte Schulz. „Das ist geschehen und wir sind ein äußerst gesundes, stabiles Haus und haben auch seit einiger Zeit bewiesen, dass wir Abwesenheiten unseres Generalmusikdirektors auffangen können.“ So müsse es sein und werde es von Barenboim unterstützt. Die Staatsoper sei Barenboim zu viel Dank verpflichtet. „Er hat 30 Jahre lang diesen Klangkörper entwickelt, die Staatskapelle Berlin zu einer Flexibilität gebracht, die jetzt auch so einen „Ring“ in dieser Qualität mit möglich machen.“ Die umjubelte Neuinszenierung von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ war am Sonntagabend mit „Götterdämmerung“ als letzter von vier Premieren komplettiert worden.