BerlinEs sind noch nicht alle Hühnchen gerupft, auch wenn in dieser Serie über die Lehrerinnen und Lehrer in den 1980er-Jahren Ostberlins viele schon ihre Zensuren bekommen haben. Sogar Hausmeister und Hortnerinnen waren schon dran und durften sich, natürlich nicht unter ihrem echten Namen, in den Erinnerungen von Karoline Klemke und Ulrich Seidler wiedererkennen. Ist ja alles schon Jahrzehnte her. Wir beide waren in derselben Schule, in derselben Klasse, hatten dieselben Lehrer und Mitschüler (mal sehen, ob wir denen auch noch eine Serie widmen) – und dennoch teilen wir nicht alle Erinnerungen. Wir haben uns auch schon viel Kritik eingehandelt, weil es Menschen gibt, die ihre schönen Erinnerungen an die DDR-Schulzeit befleckt sehen. Dabei war doch auch viel Positives zur Sprache gekommen. Diesmal allerdings weniger.

Was Karoline erspart geblieben ist, war das Fußballtraining im Schulsportverein. Für einen Jungen, der auch nur am Rande in irgendwelchen Freundeskreisen vorkommen wollte, war Fußball Pflicht. Gleichwohl war es nirgends leichter zu versagen, Hohn und Spott auf sich zu laden und fortan ein Leben in Schande, Einsamkeit und Verzweiflung zu führen. Ein Eigentor reichte, und man war verloren.

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