Köln - Die "Titanic" hat ihr Ziel mal wieder erreicht: Allenthalben herrscht Fassungslosigkeit und Entsetzen über das aktuelle Cover des Satire-Magazins, das sich mit dem Ski-Unfall von Michael Schumacher beschäftigt. Auf der Titelseite der Februar-Ausgabe ist das Konterfei des vom Unfall auf dem Nürburgring gezeichneten Niki Lauda zu sehen. Darunter steht: "Exklusiv! Erstes Foto nach dem Unfall: So schlimm erwischte es Schumi".

Erwartungsgemäß ließ die Empörung nicht lange auf sich warten. In der österreichischen Zeitung "Heute" äußerte sich Lauda zu der Titelgestaltung. "Das Cover ist eine bodenlose Frechheit, absolut indiskutabel und völlig pietätlos", sagte der österreichische Formel-1-Held dem Blatt. Und fügt an: "Wer bitte druckt so einen Schwachsinn?"

Das Satiremagazin scheint den Rummel auszukosten. Am Dienstagnachmittag veröffentlichte das Blatt eine Presseerklärung. "Die Kritik von Herrn Lauda macht uns betroffen", schreibt Chefredakteur Tim Wolff. "Immerhin gelang es uns, als erstes Boulevardmedium noch vor 'Bild', 'Bunte' und der 'Tagesschau' ein Foto des verunfallten Nationalhelden Michael Schumacher zu veröffentlichen." Wolff legt noch eine Schippe drauf: "Wir haben unter Einhaltung der üblichen journalistischen Moralstandards einen Investigativ-Reporter als Krankenschwester verkleidet und in die Grenobler Klinik geschickt. Sollte es dabei zu einer tragischen Verwechslung mit einem anderen prominenten Crashpiloten gekommen sein, bedauern wir das ein bisschen."

Schumacher liegt nach seinem schweren Ski-Unfall im Dezember vergangenen Jahres derzeit noch immer in einem Krankenhaus im französischen Grenoble. Die Ärzte haben vor ein paar Tagen damit begonnen, ihn langsam aus dem künstlichen Koma zu holen. (ccp)