Nein, die große Liebe war es nie zwischen den TV-Zuschauern in Deutschland und dem „Tatort“ aus der Schweiz. Die Quoten waren meist mäßig, die Fälle leider häufig auch. Und dann kam noch das Problem der Synchronisation hinzu, die oft hölzern klang und Distanz schuf. Jetzt ist Schluss für Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer). Am Sonntag verabschieden sie sich mit „Der Elefant im Raum“ aus dem Kreis der „Tatort“-Ermittler. Im kommenden Jahr wird ein Team aus Zürich übernehmen.

In seinem letzten Fall ist Reto Flückiger von Anfang an ziemlich schlecht gelaunt. Es geht schon los damit, dass seine Freundin ihn überredet, mit zu einem Dinner auf einem Ausflugsschiff auf dem Vierwaldstättersee zu kommen. An Bord ist die Elite Luzerns, eingeladen hat der zwielichtige Politiker Planker (Andrea Zogg).

Doch dann wird ein Anschlag verübt. Lichtblitze, Rauch, der Kapitän stirbt an Herzversagen – und ein Passagier, Kantonsrat Ineichen (Martin Hug), der sich vorher mit Planker angelegt hatte, ist verschwunden.

Reporter verfolgt Ermittler

Bei den Ermittlungen werden Flückiger und seine Kollegin Ritschard auf Schritt und Tritt von Frédéric Roux (Fabian Krüger) verfolgt, der das Nachrichtenportal „Veritas News“ betreibt, der Politik und den „Mainstream-Medien“ den Kampf angesagt hat und gerne auch mal das Loblied auf alternative Fakten singt.

„Der Elefant im Raum“ soll wohl ein Fall über windige Geschäfte und die Gefahr von Fake News sein. Doch leider haben die Autoren Felix Benesch und Mats Frey vor allem ein Feuerwerk der ausgelutschten Klischees gezündet. Journalisten sind alle, um mal Flückiger zu zitieren, arrogante Klugscheißer, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen. Politiker sind schmierig und korrupt. Und geldgeil sind irgendwie alle.

Das ist nicht nur ärgerlich, sondern vor allem kontraproduktiv. Wenn alle Vertreter aus Medien und Politik so fies dargestellt werden, muss man sich nicht wundern, wenn die Leute der Demokratie nicht mehr vertrauen.

Und manchmal ist auch einfach falsch, was hier vorgetragen wird. Wenn etwa Roux Flückiger während eines Gesprächs einfach filmt und das dann hinterher so zusammenschneidet, dass dessen Aussagen im Sinn verzerrt werden, sagt die Kollegin nur, das sei halt Pressefreiheit. Eben nicht. Aussagen zu verfälschen hat nichts mit Pressefreiheit zu tun.

Man hätte den beiden sympathischen Schauspielern einen würdigeren Abschied gewünscht, denn nach diesem verkorksten Fall wird ihnen vermutlich niemand eine Träne nachweinen.