Science-Fiction-Serie: Amazon Prime nimmt "12 Monkeys" ins Programm

Mal ehrlich, wann haben Sie zum letzten Mal eine deutsche Science-Fiction-Serie gesehen? „Raumpatrouille Orion“? Danach kam jedenfalls nicht mehr viel. Gut, dass die Briten und die Amerikaner sich immer wieder an das Genre wagen. Nicht nur im Fernsehen, auch im Kino. „Blade Runner“ von 1982 ist heute ein Klassiker, aber auch „12 Monkeys“ von 1995, in der Regie des früheren Monty-Python-Mitglieds Terry Gilliam.

Der Film war damals überaus erfolgreich, Brad Pitt und Bruce Willis waren dort erstmals in ernsthaften Rollen zu sehen. Willis spielte die Hauptfigur James Cole, der in einer düsteren, dystopischen Zukunftswelt lebt und auf eine Zeitreise in die Vergangenheit geschickt wird, um den Ausbruch einer menschheitsvernichtenden Seuche zu verhindern.

Um es gleich vorweg zu sagen: Die neue Serie, die bereits im letzten Jahr in den USA lief, borgt sich nur das Grundkonstrukt des Kinofilms: „12 Monkeys“ ist weder eine Fortsetzung noch ein Prequel, es ist eine Neubearbeitung, die mit der gleichen Prämisse beginnt, aber schnell abweicht: Im Jahr 2043 haben nur noch Reste der Menschheit als Folge einer Seuche überlebt. Einige dieser Überlebenden sind Wissenschaftler, die eine Zeitkapsel entwickelt haben. Sie schicken Cole zurück in die Vergangenheit, wo sie versuchen sollen, den Ausbruch eines Killervirus zu vereiteln – und damit die Menschheit zu retten.

2013, ein paar Jahre vor der Katastrophe, rekrutiert James Cole (Aaron Stanford) eine Verbündete namens Cassandra Railly (Amanda Schull), eine Virologin. Mit ihr geht er auf die Jagd nach den Verursachern der Seuche.

Der Film von 1995 war noch düsterer und auch verwirrender, er war im Wesentlichen eine psychologische Odyssee der Hauptfigur Cole, der nie ganz seine Mission begriff oder seinen Sinnen traute. „Ich glaube nicht, dass der menschliche Geist in zwei verschiedenen Versionen existieren sollte – oder wie auch immer Sie es nennen – Dimensionen“, sagte Willis’ Cole damals. „Es ist sehr verwirrend, Sie wissen nicht, was real ist und was nicht.“

Im Gegensatz dazu ist die Serie eher geradlinig erzählt, auf Action-Thriller-Drama getrimmt, das zwar auch Science-Fiction-Elemente enthält, sich im Wesentlichen aber an die gängigen Elemente des Genres hält: Verfolgungsjagden, bedrohliche Figuren.

Interessant ist es nach vielen Jahren mal wieder den Fassbinder-Star Barbara Sukowa als Dr. Jones zu sehen, sie spielt eine nervöse und beunruhigende Physikerin, die die Zeitmaschine kontrolliert. Tom Noonan spielt den Arzt, den es auszuschalten gilt, er ist der Schlüssel zum Stoppen des Virus. Originell ist eine Geschlechtsumwandlung, die eine der Figuren bei der Transformation zur Serie durchlief: Brad Pitts Filmcharakter ist im Fernsehen nun die geistig umnachtete Millionen-Erbin Jeffrey Goines, gespielt von Emily Hampshire. Sie wird noch wichtig werden im weiteren Verlauf .

„12 Monkeys“ war in den USA ein solcher Erfolg, dass bereits eine zweite Staffel produziert wurde. So viel sei ohne Spoiler-Alarm verraten, die Rettung der Menschheit ist kompliziert und zeitaufwendig.

Schade, dass deutsche Serien- und Kinomacher sich so selten an das Genre Science Fiction trauen, „Hell“ (2011) mit Angela Winkler in der Hauptrolle war da eine gelungene Ausnahme.

In den USA wurden Filme wie „Memento“ und „Inception“ Klassiker. Aber auch im Fernsehen sind dort einige neue Produktionen zu sehen. „Sleepy Hollow“ etwa oder „Continuum“, eine Serie über Rebellen aus der Zukunft. Sicher wird man diese Produktionen auch hierzulande sehen können.

Aber nun erstmal zurück in die Gegenwart: „12 Monkeys“ wartet darauf, von Serien-Fans entdeckt zu werden.

„12 Monkeys“, ab Mittwoch 10 Folgen bei „amazon prime video“, später soll die Serie bei „RTL Nitro“ laufen.