Berlin - Als Einar Schleef vor dreißig Jahren das Chorische im Theater wiederentdeckte, war das Erschrecken groß. Zu martialisch, zu laut sprangen seine zusammengeschmiedeten Sprechkörper die Feingeister im klassisch geprägten Publikum plötzlich an. Durch die Jahrhunderte hatte man gelernt, Menschen als Individuen zu nehmen, ihre Tragik weg von der Gesellschaft ins einzelne Bewusstsein zu verpflanzen, und nun verschob eine im rhythmischen Einklang brüllende Menge diese Tragik zurück in die Vergemeinschaftung.

Man brauchte lange, um nicht einfach nur Totalitarismus darin zu wittern, sondern die Wiederkehr eines öffentlichen Gemeinwesens, das lange aus den Palästen der Kunst ausgegrenzt war und schlicht das Politische genannt werden kann.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.