Im letzten Sommer liefen sich, von einer Kamera beobachtet, zwei Eminenzen des deutschsprachigen HipHop auf einem Festival über den Weg. Der eine war Torch, mit dem Heidelberger Trio Advanced Chemistry 1992 vermutlich der entscheidende einheimische HipHop-Pionier. Der andere Marcus Staiger, ein in den späten Neunzigerjahren aus Stuttgart nach Berlin emigrierter Journalist, als Gründer des Labels Royal Bunker war er verantwortlich für die Erfindung des Berliner Straßen-Rap mit Leuten wie Kool Savas und Sido. Staiger suchte das Gespräch, Torch verweigerte sich wortlos und zog, von Staiger verfolgt, in den abgesperrten Backstagebereich. Woher genau dieser Dissens rührt, weiß man nicht.

Auch nicht nach dem Besuch von „Blacktape“, einer Dokumentation über HipHop in Deutschland, in dem die Festivalepisode zu sehen ist. Dass man statt eines Grundes für das Zerwürfnis – etwa den Zustand von HipHop zwischen Szeneparanoia, Pop und Kommerz – nur vielsagende Blicke bekommt, strengt einerseits an. Andererseits ist es symptomatisch für diesen Film.

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