Die Welterbekommission der Unesco hat zum dritten Mal die Rote Karte gezogen: Nach Oman und Dresden verliert nun auch das englische Liverpool den Titel. Zu Recht. Schließlich hatte sich Liverpool selbst, so wie einst Dresden, um die Eintragung bemüht, niemand zwang die Stadt dazu. Dann aber hat sie sich derart gegen die Regeln vergangen, dass der Unesco schon zur Wahrung der eigenen Würde kaum etwas anderes übrig blieb, als Liverpool von ihrer Liste zu streichen. Vorwarnungen gab es seit 2012.

Liverpool ist weiter jede Reise wert, der Beatles, der Kirchen und Museen und des dynamischen Kulturlebens wegen. Aber im Zentrum jedes Besuchs steht eben der historische Hafen. Hier kamen die Schiffe mit der Baumwolle aus Indien, Ägypten und den amerikanischen Südstaaten an, die dann in Manchester verarbeitet und über Liverpool als Stoff wieder in alle Welt verkauft wurde. Die Stadt war Organisationszentrum des Handels mit Sklaven, der Ausbeutung britischer Kolonien in Amerika, Afrika, Asien und im Pazifik. Das ist wahrhaftig ein Erbe der Welt, die Eintragung in die Liste 2004 erfolgte ohne Probleme.

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