Michaela Coel als "Arabella" in der Serie "I May Destroy You".
Quelle: Warner

Berlin - Seit Lena Dunhams „Girls“ kann ich mich an keine Serie erinnern, die in meinem Freundeskreis für derart aufbrausende Debatten sorgte wie „I May Destroy You“. Der Vergleich liegt nahe. Denn Michaela Coel, die Macherin (und Protagonistin) macht alles richtig, was Dunham falsch machte: Nicht nur sind die Charaktere ethnisch divers. Die Erste-Welt-Probleme, mit denen sie sich herumschlagen, wirken zudem nicht wie luftige Phantasmen einer entfernten Elite, sondern wie nachvollziehbare Zeitgeist-Fußnoten: Geld gibt es in dieser Welt wenig. Dafür will jeder andauernd gesehen und konsumiert werden.

Ein Beispiel für so eine Debatte: Der beste Freund der Protagonistin Arabella, der sexsüchtige Fitnesstrainer Kwami (Paapa Essiedu), hat nach einem übergriffigen Date mit einem Mann Hemmungen, sich weiter mit Männern zu treffen. Also verabredet er sich über eine Dating-App mit einer Frau. Die wiederum macht auf dem Treffen keinen Hehl daraus, dass sie als Weiße fast ausschließlich mit Schwarzen wie ihm ausgeht. Es kommt zum Sex. Im Bett liegend bezeichnet sie Schwule beiläufig als „Schwuchteln“.

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