J.K. Rowling in England.
Foto: imago images/ZUMA Press

Berlin/London - Die bizarre Debatte um eine angeblich bedrohte Meinungsvielfalt ist um einige Pointen reicher: Bestseller-Autorin J. K. Rowling, nach eigenem Empfinden Opfer einer um sich greifenden Cancel Culture, erobert gerade wieder die britischen Verkaufscharts. Kaum war der Krimi „Böses Blut“ unter ihrem Pseudonym Robert Galbraith erschienen, brach gegen die Autorin ein weiterer Shitstorm los – der Hashtag #RIPJKRowling schaffte es in die Twitter-Charts. Der 1200-Seiten-Wälzer um einen Serienkiller, der in Frauenkleidern masturbiert, soll nun auch das Weihnachtsgeschäft deutscher Buchhandlungen ankurbeln. Vor der Buch-Veröffentlichung brachte die Autorin mit transfeindlichen Twitter-Tiraden sogar Teile ihrer eigenen Fan-Gemeinde gegen sich auf. 

Dass sich prominente Darsteller der „Harry Potter“-Verfilmungen wie Daniel Radcliffe und Emma Watson mit der Transgender-Community solidarisierten, hat sich für die Autorin ausgezahlt. Der Sturm der Entrüstung bringt ihr reiche Ernte, und zugleich bejammert sie sich als Ziel einer angeblichen Hexenjagd: „This Witch doesn’t burn“ – so der wehrhafte Slogan eines T-Shirts in einem angehefteten Tweet Rowlings, der auf den Onlineshop der offen transphoben Aktivistin Angela C. Wild verlinkt.

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