Shah Rukh Khan.
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BerlinIndien hat wegen Corona gerade die größte Ausgangssperre der Welt erlassen. 1,3 Milliarden Menschen sollen drei Wochen lang in ihren Häusern bleiben. Regierungschef Narendra Modi appellierte in einer Fernsehansprache an das Volk. Die Times of India wirkt dieser Tage wie eine medizinische Informationsbroschüre. Aber das reicht nicht. Und nicht nur, weil in Indien fast ein Drittel der Menschen nicht lesen können.

Für diejenigen unter uns, die die vergangenen Wochen nichts anderes getan haben, als jeden Text über die Corona-Krise zu verschlingen und dem Charité-Professor Christian Drosten selbst auf verschlungenen Wegen in die Wissenschaft der Virologie zu folgen, ist das schwer vorstellbar, aber es gibt genug Menschen, die die Nachrichten nicht regelmäßig verfolgen und deshalb einfach nicht wissen, welches Verhalten jetzt angesagt ist. Und sie leben nicht nur in Indien. Von dem, was Shah Rukh Khan, einer der erfolgreichsten Shauspieler des Landes, jetzt getan hat, könnten sich andere eine Scheibe abschneiden. Auch hierzulande.

Hustend tanzt er auf der Straße

Der König von Bollywood nutzt seine Popularität, um über Corona aufzuklären und zwar mit Hilfe eines fünf Minuten langen Films, den er per Instagram und Twitter gepostet hat, auf letzterem allein hat er 40 Millionen Follower.

Gute Laune macht die Aufklärung auch noch, denn Khan verbindet die Aufzählung der Symptome und Verhaltensmaßnahmen mit Schnipseln aus seinen erfolgreichsten Filmen. Hustend tanzt er eine Straße entlang, eine turbulente Liebesszene versieht er mit dem Untertitel: Berührt euch nicht. Während er singend einen Laternenpfahl hochklettert, heißt es: Fasse keine Objekte an. Fast eineinhalb Millionen haben den Fünfminüter schon angesehen. Das hat Vorbildcharakter, trotz lokaler Besonderheiten. Bei der Sequenz über das Händewaschen, mahnt Khan etwa: Spare Wasser. Das ist in Indien auch noch zu bedenken.