Hollywood-Schauspielerin Sharon Stone: „Ok, hier sind sie!“
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Sharon Stone, 62, wechselt scheinbar mühelos zwischen boulevardeskem Leicht- und existenziellem Tiefsinn. Die Schauspielerin bedient alle Genres. Beginnen wir mit dem gut gelaunten, ausgelassenen Interview, das sie jetzt dem Magazin „Town & Country“ gab. Darin äußerst sie sich zu ihrem fortgeschrittenen Alter und ihrem seit dem Film „Basic Instinct“ (1992) unverminderten Status als Sexsymbol: „Die Leute wollen noch immer meine Busen sehen.“ Stone fühle sich teils geschockt, teils geschmeichelt: „Ich bin immer fassungslos und sage: ,Ich bin 62! Wirklich? Werdet mal erwachsen!‘“ Woraufhin sie – so wird es in dem Magazins beschrieben – ihre Arme hochreißt und lachend ihre Brust herausstreckt: „Ok, hier sind sie!“

Bei aller Koketterie findet die Frau dann doch noch zu einem gewissen Ernst zurück und verrät, dass sie sich selbst in jungen Jahren nie wirklich sexy fand: „In ‚Basic Instinct‘ habe ich auch nur meine dunkle Seite herausgekehrt. Ich glaube, diese Seite von mir fanden die Leute sexy.“ Ihr Ruf als Sexsymbol sei dann auch eher eine Belastung und ein massiver Karriereblocker gewesen: „Es ist schwer, wenn jeder von dir erwartet, dass du jedes Mal sexy bist. Selbst bei ernsthaften Rollen. Man wird das einfach nicht los. Marilyn Monroe hatte dasselbe Problem!“ Womit Stone nicht nur in aller Bescheidenheit einen historischen Bezugspunkt, sondern auch die Themen Jugendwahn und – was ja beinahe dasselbe ist – Sexismus in Hollywood aufruft.

„Ich hatte einen Schlaganfall und eine Hirnblutung“

Dass Sharon Stone bei aller Ausgelassenheit eher dem ernsten Fach zuneigt, hat sie unlängst mit ihrer energischen Kritik an den Maskenverweigerern in der Corona-Pandemie und an der fahrlässigen Gesundheitspolitik von Donald Trump gezeigt. Doch nicht genug damit, schon ist sie mit einem weiteren wichtigen Anliegen unterwegs und beklagt, die Gesellschaft spreche nicht offen über psychische Erkrankungen. Der Kopf sei „der wichtigste und komplizierteste Teil des Körpers. Es ist unser Sicherungskasten“, sagte Stone jetzt der Deutschen Presse-Agentur. „Und wenn wir nicht darüber reden können, dass jemand kämpft und Hilfe braucht und die Hilfe, die kommt, bloß ein paar Tabletten sind, dann ist das nicht fair und hilfreich.“

Sie habe schon als Kind erlebt, dass Krankheiten wie Krebs tabuisiert wurden. Das sei bei Problemen mit der Psyche ähnlich. „Ich hatte einen Schlaganfall und eine Hirnblutung. Als ich mir damals Hilfe suchen wollte, um wieder auf die Beine zu kommen, gab es keine. Es wollte einfach keiner etwas damit zu tun haben.“ Stone ist ab Freitag (18. 9.) in der Netflix-Serie „Ratched“ als Millionärin zu sehen, die aus Rache den Leiter einer psychiatrischen Anstalt umbringen lassen will. Die Serie ist die Vorgeschichte der fiktiven Krankenschwester Mildred Ratched, bekannt aus dem Filmklassiker „Einer flog über das Kuckucksnest“.

Drew Barrymore, 45, ist mit ihrer neuen, nach ihr benannten Talkshow unterwegs, und das sorgt wenigstens zu Beginn für einige Aufmerksamkeit. Auch in unserer kleinen Kolumne hier. Manchmal kommt bei solchen Selbstverwertungsformaten immerhin schöner Klatsch und Tratsch heraus. So erzählte die Schauspielerin in ihrer „Drew Barrymore Show“ (CBS), dass sie bereits seit fünf Jahren der Männerwelt abgeschworen habe. Die Begründung: „Ich habe einfach nicht die Bandbreite dafür.“ Es sei nicht so, dass sie nicht wolle. Es fehle einfach die Zeit: „Ich bekomme es einfach nicht unter.“ Das wollte die zum Talk geladene Jane Fonda (82) so nicht stehen lassen: „Du bist zu jung, um etwas abzuschwören, Drew.“ Und sie selbst, so ergänzte Fonda, sei dafür zu alt.

Schauspielerin Drew Barrymore hat seit fünf Jahren der Männerwelt abgeschworen.
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Womit die Hollywood-Diva, Oscar-Preisträgerin, Fitness-Ikone, Feministin und Polit-Aktivistin vollkommen recht hat. Und dann für Barrymore noch einen guten Tipp parat hält: „Du kannst sicher die eine oder andere Affäre dazwischenquetschen. Ich bin ganz dafür.“

Ilona Grübel, 69, hätte da in Angelegenheiten der körperlichen Fitness auch noch ein Wörtchen mitzureden: Die Münchner Schauspielerin („SOKO München“) will sich partout nicht auf die Rolle der „älteren Dame“ festlegen lassen. In einem Actionfilm würde sie dagegen eine gute Figur abgeben. Denn sie betreibt regelmäßig und intensiv Kampfsport. „Taekwondo ist mein Lieblingssport“, erklärt die Frau, bei der sich die ohnehin frauen- wie altersfeindlichen Bezeichnungen à la „rüstig“ oder „Seniorin“ aber sowas von selbst verbieten! Der trainingsintensive Kampfsport begeistere sie umso mehr, je älter sie werde, so Grübel. Jazztanz und Ballett habe sie dagegen „leichten Herzens“ von ihrem persönlichen „Bewegungsprogramm“ gestrichen.

Ilona Grübel: „Taekwondo ist mein Lieblingssport.“
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