Berlin„Ich glaube, die Idee lag in der Luft. Viele haben davon geträumt, dass es so einen Laden endlich gibt“, sagt sie über ihr Herzensprojekt. Die Reaktion der Leute zeige ihr, dass eine feministische Buchhandlung in Berlin überfällig gewesen sei. Seit fast zwei Jahren arbeitet Emilia von Senger nun schon an ihrem Traum, jetzt im Dezember öffnet ihre eigene Buchhandlung in Neukölln die Türen. Das Besondere: Es werden nur Bücher von Autorinnen oder queeren Autor*innen verkauft. Cis-Männer, also Männer, die sich ihrem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht auch zugehörig fühlen, sucht man vergeblich.

„She said“ heißt der Laden am Kottbusser Damm 79, „Sagte sie“. Von Senger hat sich den Namen von der 2018 erschienenen Anthologie „Sagte sie. 17 Erzählungen über Sex und Macht“ sozusagen geliehen. Im Vorwort heißt es da, dass wir „vielleicht zu oft seine Version der Geschichte gehört“ hätten. Gemeint sind Männer und männliche Autoren. Es ist immer noch so, dass die Literaturwelt weit entfernt ist von Gleichberechtigung. Selbst angesehene Verlage führen mehr Autoren als Autorinnen. Und auch in der Literaturkritik: Männer rezensieren lieber Bücher von Männern, bei Sachbüchern ist das Verhältnis besonders auffällig: Auf fünf besprochene Titel von männlichen Autoren kommt einer von einer Frau.

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