Shia LaBeouf, 34, hat offenbar ein massives Gewaltproblem und wird dafür jetzt vor Gericht und in der Öffentlichkeit zur Rechenschaft gezogen. Immer mehr Frauen erheben ihre Stimmen und werfen dem Schauspieler erheblichen Missbrauch vor, nachdem seine Ex-Freundin FKA twigs, 32, bei einem Gericht in Los Angeles Klage gegen ihn eingereicht hat. Die Sängerin beschuldigt LaBeouf, er habe sie während ihrer Beziehung physisch und psychisch missbraucht. „Ich will auf die Taktiken aufmerksam machen, die Menschen, die andere Menschen missbrauchen, nutzen, um einen zu kontrollieren und einem die eigene Handlungskraft zu nehmen“, sagte FKA twigs der New York Times.

FKA twigs bekommt für ihren Mut, an die Öffentlichkeit zu gehen, viel Zuspruch, auch von einigen prominenten Frauen, unter anderem von Schauspielerin Mandy Moore, 36. Mittlerweile hat sich auch Sängerin Sia, 44, geäußert, die ebenfalls eine Beziehung mit LaBeouf hatte. „Ich wurde emotional von Shia verletzt, einem pathologischen Lügner, der mich in eine ehebrecherische Beziehung gelockt hat und behauptete, Single zu sein. Ich glaube, dass er sehr krank ist und habe Mitleid mit ihm und seinen Opfern“, schrieb sie auf Twitter und lobte FKA twigs in einem anderen Posting für ihre Offenheit: „Ich liebe dich dafür. Das ist so mutig von dir, ich bin so stolz auf dich!“

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Sängerin Sia über Shia LeBeouf: „Er ist ein pathologischer Lügner.“

Wann genau sie mit LaBeouf eine Affäre hatte, verrät Sia nicht. Der „Transformers”-Star war 2015 in ihrem Musikvideo „Elastic Heart“ aufgetreten. Damals war er mit der Schauspielerin Mia Goth zusammen. FKA Twigs antwortete auf den Tweet ihrer Musik-Kollegin ebenfalls per Twitter: „Es tut mir echt leid Sia. Und es bestätigt meinen Entschluss noch einmal, an die Öffentlichkeit gegangen zu sein. Wir müssen uns gegenseitig unterstützen! Ich liebe dich auch und du bist eine Inspiration für mich.“ Offensichtlich formiert sich in den sozialen Netzwerken eine sehr weitgehende Solidarität unter den Frauen. Es steht zu erwarten, dass sich noch weitere melden werden.

In ihrer Klage vor dem Obersten Gerichtshof von Los Angeles beschreibt FKA twigs, die mit bürgerlichen Name Tahliah Debrett Barnett heißt, wie sie mit LaBeouf 2018 am Set seines autobiografischen Films „Honey Boy“ zusammengekommen war: „Am Anfang hat er mich mit Liebe und Aufmerksamkeit nur so überschüttet. Ich habe ihm vertraut.“ Doch schon bald soll der Mann sein wahres Gesicht in der Beziehung gezeigt haben. Er habe sie immer mehr kontrollieren wollen und der körperliche Missbrauch begann damit, „dass er mich so hart gepackt oder gedrückt hat, dass ich blaue Flecke davon bekam.“

Aus Angst, dass man ihr nicht glauben und dass es ihrer Karriere schaden könnte, ging die Frau nicht zur Polizei. LaBeouf sei so eifersüchtig gewesen, dass er die Küsse zählte, die sie ihm jeden Tag gab: „Und wenn es weniger waren als sonst, hat er mir Vorwürfe gemacht.“ LaBeouf sei so paranoid gewesen, dass er glaubte, er werde von Gangs angegriffen und mit Pistolen im Bett geschlafen habe. Viele der Anschuldigungen seien falsch, verteidigte sich dagegen LaBeouf in der New York Times. Allerdings sagte er auch: „Ich habe keine Entschuldigungen für meine Alkoholabhängigkeit oder meine Aggression, nur Rationalisierungen. Ich missbrauche mich selbst und jeden um mich herum seit Jahren.“

Bei einem Ausflug mit FKA twigs durch die Wüste am Valentinstag 2019 muss es dann, ob alkoholbedingt oder nicht, zu einer Art Showdown gekommen sein. Laute Klageschrift passiert folgendes: „Er hat mich die ganze Zeit unterwegs nur angebrüllt und mich dann nachts aufgeweckt und gewürgt.“ Auf der Rückfahrt habe er plötzlich seinen Gurt gelöst, sei immer schnell gefahren und „hat gedroht, einen Unfall zu bauen, wenn ich ihm nicht meine Liebe schwöre.“ Als sie im Nirgendwo an einer Tankstelle halten mussten, schnappte sich FKA twigs ihre Reisetasche aus dem Kofferraum und wollte vom Auto weggehen: „Shia hat mich attackiert, mich gewaltsam gegen den Kotflügel gedrückt und mich dann brüllend zurück ins Auto gezwungen.“

Shia LaBeouf zeigt Reue und will sich in Therapie begeben

Zwei weitere Ex-Freundinnen von LaBeouf, die Stylistin Carolyn Pho und die Schauspielerin Mia Goth, beschreiben in der New York Times einen fast identischen Missbrauch durch den 34-Jährigen. Pho: „Er hat mich betrunken nachts aufs Bett gedrückt und mir einen so starken Kopfstoß verpasst, dass ich geblutet habe.“ Ein Augenzeuge hatte 2015 einen handfesten öffentlichen Streit zwischen Goth und LaBeouf per Handy aufgenommen und den Mann dann von seiner damaligen Freundin weggezogen. LaBeouf Kommentar: „Wenn ich dageblieben wäre, hätte ich sie umgebracht.“

Obwohl LaBeouf etliche Details der Vorwürfe seiner Ex-Freundinnen bestreitet („Das meiste davon stimmt so nicht“), will er trotzdem öffentlich Buße für sein Verhalten in der Vergangenheit tun: „Ich bin zurzeit bei den Anonymen Alkoholikern und trocken. Außerdem habe ich mich wegen meines posttraumatischen Stresssyndroms in Therapie begeben. Ich will mich meinen Taten stellen und mich bei allen, die unter mir leiden mussten, entschuldigen.“