Shitstorm: Béla Réthy erntet wieder Kritik während des EM-Eröffnungsspiels

Köln - Die Meinungen über die Qualität der Berichterstattung des deutschen Sportjournalisten und Kommentatoren Béla Réthy gehen weit auseinander - vor allem im Web. Viele lieben ihn und sehen seine kommentatorische Führung durch die jeweiligen Spiele durchaus als eine Berreicherung an, andere hingegen würden während seiner Ausführungen am liebsten aus dem Fenster springen und heben besonders gerne in den sozialen Netzwerken ausgewählte Sprüche Réthys hervor.

Kommentar während des EM-Eröffnungsspiels sorgt für Shitstorm im Web

Am Freitagabend kommentierte Réthy das Eröffnungsspiel der Europameisterschaft 2016, Gastgeber Frankreich gegen Rumänien und im Netz erhoben sich wieder Stimmen aufgebrachter Zuschauer, die seinen Stil kritisierten und fehlende Fachkompetenz bemängelten.

Größten Anstoß nahmen die Twitterer daran, wie Réthy den Namen des französischen Stürmers Dimitri Payet aussprach. Réthy sprach den Namen "Payett" so aus, wie er geschrieben wird und nicht, wie man bei französischer Aussprache erwarten würde, "Payee".

Réthy hat Recht

Über Geschmack und Stil bei Kommentatoren lässt sich streiten, aber in diesem Fall muss man dem Kommentator allerdings Recht geben, da Payet von der französischen Enklave La Reunion stammt, wo ein eigener Dialekt gesprochen wird, in etwa vergleichbar mit dem Schweizerdeutsch. So wird aus Dimitri „Payee“ Dimitri „Payett“.

Das „Netz-Bashing” ist für viele Kommentatoren nichts neues. Béla Réthy und ARD-Sportreporter Tom Bartels äußerten sich zuletzt in einem Interview mit „Die Welt” unter anderem auch zu diesem Thema.

Kommentare im Netz spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Mehrheit wieder

Auf die Frage, inwieweit sich der Beruf des Kommentators in den letzten Jahren verändert hätte und wie man damit umgeht, dass man als Person öffentlicher geworden ist, äußerte sich Réthy wie folgt:

„Ich hätte das lieber anders. Ich bin Journalist und arbeite sehr gern an der Sache. Aber durch die Veränderung der Medienlandschaft sind wir zu Personen des öffentlichen Interesses geworden. Das ist so, aber darauf würde ich gern verzichten.”

Bartels machte in dem Interview klar, dass man zwischen Online-Kommentaren und der Realität unterscheiden müsse, da man „das ganze Bashing in der Realität so gar nicht erlebt. Es gab noch niemanden, der mich in der Öffentlichkeit beleidigt hat. Und genau das müsste man annehmen, wenn man sich Kommentare im Internet anschaut. Wenn ich unterwegs bin, erlebe ich genau das Gegenteil. Da kommen Leute auf mich zu und fragen, ob ich noch einmal die Worte aus dem WM-Finale gegen Argentinien rund um das Tor von Mario Götze wiederholen könnte: "Mach ihn, mach ihn ... Er macht ihn. Mario Götzeeeee."