Berlin - Sie ist eine der ersten großen internationalen Ausstellungen im Berliner Humboldt Forum: „Songlines“ widmet sich von diesem Freitag an einer der zentralen Schöpfungsgeschichten des australischen Kontinents. Die Wanderausstellung wurde ausschließlich von Vertretern und Vertreterinnen der indigen-australischen Gemeinschaften entwickelt. „Sieben Schwestern erschaffen Australien“ lautet der Untertitel der Präsentation, die 300 Gemälde und Objekte und sechs große Installationen umfasst, wie es in der Ankündigung heißt.

Wie Kuratorin Margo Neale vom australischen Nationalmuseum erklärt, geht es um ein großes Drama voller Intrigen, Geheimnisse und Schönheit, um Leidenschaft und Gefahren der Schöpfung, Begehren, Liebe, Flucht und Überleben. „Wie alle universellen Erzählungen dieser Art hat sie im Laufe der Zeit nichts von ihrer Relevanz eingebüßt.“ Ihre Lehren seien auch heute noch von entscheidender Bedeutung für Bewegungen wie Black Lives Matter, Me Too oder Umwelt- und Klimabewegungen.

Neale führt auch an, die indigenen Australier (die Ureinwohner) hätten den Kontinent seit mehr als 60 000 Jahren nachhaltig bewirtschaftet. „Doch nur 250 Jahre nach der britischen Ankunft befindet er sich in einem kritischen Zustand. Wie kommt das?“ Die Antwort liege in den „Songlines“.

Mit dem Beginn der Ausstellung wurde auch das 70-jährige Bestehen der diplomatischen Beziehungen zwischen Australien und Deutschland gewürdigt. Bis 20. Juni geben indigene Künstler und Künstlerinen bei Filmpräsentationen und Diskussionen Einblicke in ihr Werk. Die Ausstellung ist bis 30. Oktober zu sehen. Das Humboldt Forum, Berlins neues großes Kulturzentrum mit Schlossfassade, wurde im Juli 2021 eröffnet.