BerlinUnd dann begann es auch noch zu regnen. Was Jürgen Drews auf der Bühne vor dem Brandenburger Tor doch ein wenig aus der Fassung brachte. Der scheinbar ewig junge, inzwischen aber doch schon 75 Jahre alte Schlagersänger fuhr sich durchs Haar, streifte sich flugs das Nass aus der vollen Naturwelle, verlor kurz die Bindung zu seiner Tochter Joelina, mit der er bei der Silvestershow des ZDF im Duett ein Lied darbot. Womöglich stellte sich in diesem Moment auch der selbsternannte König von Mallorca die Frage: „Was soll das hier?“ Oder eben diese Frage: „Was mach' ich hier eigentlich, mitten in Berlin, zwischen all den Absperrgittern und das alles auch noch ohne Publikum?“ Bei seinem nächsten Einsatz war der Unterhaltungs-Profi allerdings wieder voll bei der Sache und brachte seinen Auftritt vor dem Nichts auf der Straße des 17. Juni schließlich zu einem einigermaßen glücklichen Ende. 

Tapfer, tapfer, die Drews und all die anderen „Stars“, die bei diesem von der wetterfesten Andrea Kiewel (offener Mantel und Bommelmütze) und dem sehr wetterfesten Johannes B. Kerner (ohne Mantel und ohne Bommelmütze) moderierten Live-Wahnsinn des Zweiten Deutschen Fernsehens zum Jahreswechsel mitgemacht haben. Die andererseits aber auch kein Mitleid erwarten dürfen, weil sie mit ihrer bestimmt von einer anständigen Gage unterlegten Zusage die überflüssigste und auch peinlichste TV-Sendung des Jahres letztlich mitgetragen haben.

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