Berlin - Zum Geburtstag von Ernst Lubitsch am 29. Januar wird normalerweise der nach ihm benannte Preis übergeben, feierlich im Rahmen einer Gala im Babylon. Dies ist aufgrund der Corona-Krise  natürlich nicht möglich – gleichwohl wird die beste komödiantische Leistung im deutschen Kino auch 2021 ausgezeichnet: Wie die Berliner Zeitung erfuhr, wird Simon Verhoeven den Ernst-Lubitsch-Preis erhalten. Der Regisseur, Produzent, Drehbuchautor und Schauspieler wird für seine Komödie „Nightlife“ geehrt, die im Februar letzten Jahres, noch kurz vor dem ersten Lockdown, in die Kinos kam und insgesamt 1,3 Millionen Zuschauer begeisterte.

Der Club der Filmjournalisten Berlin, der den Preis vergibt, teilte mit, er wolle mit seiner diesjährigen Wahl „in der schweren Zeit der Pandemie ein wichtiges Zeichen setzen“. Die Überreichung werde zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

„Nightlife“ wagt einen charmanten Blick auf das Berliner Nachtleben

„Simon Verhoeven hat sein komödiantisches Talent mit einem guten Gespür für Tempo und Timing schon mehrmals unter Beweis gestellt“, lautet die offizielle Begründung der Jury. Nach „Männerherzen“, „Männerherzen … und die ganz große Liebe“ und „Willkommen bei den Hartmanns“ wage er in „Nightlife“ einen charmanten Blick auf das Berliner Nachtleben. „Mit einer Ansammlung skurriler Figuren in rasanten Situationen schafft es Verhoeven, dem Publikum überaus vergnügliche Kinostunden zu bescheren.“

Genau dies war natürlich stets auch der vornehme Anspruch von Billy Wilder, der 1957 die Idee hatte, einen nach seinem Freund und Lehrer benannten Preis auszuloben. Die von Erich Fritz Reuter entworfene Bronze-Statuette, die den Flötenspieler Pan darstellt, wird inzwischen seit mehr als 60 Jahren vergeben. Ernst Lubitsch wurde 1892 in Berlin geboren. Nach ersten Erfolgen in Deutschland emigrierte er 1922 in die USA, wo er zum einflussreichsten Komödienregisseur Hollywoods wurde. Zu den Preisträgern zählen Gert Fröbe, Heinz Rühmann, Harald Juhnke, Loriot, Mario Adorf, Otto Sander, Christiane Hörbiger, Sophie Rois, Leander Haußmann, Anke Engelke, Peter Simonischek, Bjarne Mädel, Lars Eidinger und zuletzt Katharina Thalbach.

Simon Verhoeven, Sohn des Regisseurs Michel Verhoeven und der Schauspielerin Senta Berger, kommentierte die Preisnachricht gebührend ehrfürchtig: „Für mich zählt der Ernst-Lubitsch-Preis zu den schönsten Preisen, die ein Regisseur und Autor überhaupt erhalten kann. Ich bin gerührt, geehrt und dankbar. Ernst Lubitsch und Billy Wilder sind Götter und ich bin freilich nur ein Mensch, aber der Preis soll mir Ansporn sein, weiter zu versuchen, auf charmante und kluge Art zu unterhalten, zu berühren, zu erfreuen. Gerade in dieser deprimierenden Zeit scheint mir dies unendlich wichtig. Jetzt müssen die Kinos nur endlich wieder aufmachen!“