Als Karl-Theodor zu Guttenberg im März 2011 wegen seiner abgeschriebenen Doktorarbeit vom Amt des Verteidigungsministers zurücktreten musste, befragte die Nachrichtenagentur dpa Hans Mathias Kepplinger. Der Kommunikationsforscher an der Universität in Mainz ist Autor mehrerer Studien zum Thema Skandalberichterstattung, und er sagte damals, dieser Skandal sei von einer ganz neuen Dimension. „Bislang drehten sich fast alle politischen Skandale um Geld und geldwerte Vorteile, zweites Thema waren das Dritte Reich und Antisemitismus. Bei Guttenberg geht es erstmals um die Ehre.“ Hinzu komme, dass die Medien diesmal nicht die Meinung der Mehrheit geprägt hätten – bis zuletzt sei der Guttenberg beliebt gewesen. Schuld an dieser neuen Dimension sei das Internet mit seinen vielen neuen Möglichkeiten. Als Kepplinger ein Jahr später im Olzog Verlag ein Buch über die „Mechanismen der Skandalisierung“ (so der Buchtitel) veröffentlichte, dachte man, dass er darin diese neue Dimension ausführlich darstellen und analysieren würde. Im Untertitel ist tatsächlich von „zu Guttenberg, Kachelmann, Sarrazin & Co“ die Rede. All diese Personen tauchen darin auf.

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