Es sind verschiedene Motive, mit denen sich „Kuhle Wampe“ (1932) ins Bildgedächtnis des internationalen Kinos einschrieb. Das beginnt schon mit den Eröffnungsszenen: der Jagd beschäftigungsloser Männer nach Arbeit, auf ihren Fahrrädern, quer durch Berlin. Der Film, dem man den knappen Abstand zur Ästhetik des stummen Kinos hier noch deutlich ansieht, braucht dafür keine Worte. Aber die treibende Musik, der vom Orchester Lewis Ruth eingespielte aggressive Jazz, und die sowohl an Walther Ruttmann als auch an sowjetischen Aufbaufilmen geschulte Montage tragen zum Tempo der Ouvertüre entscheidend bei.

Ein nächster unvergesslicher Moment gelang Regisseur Slatan Dudow mit dem Selbstmord des jungen Arbeitslosen, der nach einem weiteren vergeblichen Tag und den Vorwürfen seines Vaters aus der Wohnung im vierten Stock in den Tod springt. Zuvor nimmt er die Armbanduhr ab, legt sie beiseite, das gute Stück würde ja kaputtgehen beim Aufprall im Innenhof der Mietskaserne. Auch der Blumentopf wird beiseitegeschoben. Die Dinge überleben, der Mensch geht zugrunde.

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