Fusion, englisch ausgesprochen Fjuhschen, war jahrzehntelang eine Musik, die den Freundeskreis zuverlässig verringerte. Es sei denn, der Freundeskreis bestand eh nur aus Musikern und ihren Bewunderern, die auf diese Mischung aus extremer Virtuosität, Jazz und Funk standen. Millionen von Übungsstunden flossen in eine Kunst, die sich darin maß, komplizierte Themen schnell runterzunudeln, um bald intensive Soli zu spielen, unterbrochen von Riffs im 15/8-Takt, Szenenapplaus und begeisterten Yeah-Rufen. Der Wirtschaft entgingen so die besten Leute, denn die Fusionmusiker mussten alles sein, was man sich von Managern gewünscht hätte: intelligent, sensibel, standhaft. Jetzt haben wir den Schaden mit diesem nicht so intelligenten, nicht so standhaften Kapitalismus. Und, Achtung: Fusion kehrt zurück.

Das New Yorker Kollektiv Snarky Puppy um den 31-jährigen, hyperaufmerksamen, hochmusikalischen Bassisten Michael League steht im Zentrum dieser Renaissance. Seit zehn Jahren schart er Topmusiker um sich – erst an der Uni in Texas, dann in New York City – und schafft es, ein stets breiteres Publikum anzuziehen, auch in Europa. Vor ein paar Wochen wurde die Puppy-Show vom Heimathafen ins größere Huxley’s an der Hasenheide verlegt. Voll ist es auch hier. Und es stehen viele Frauen im Publikum, die sonst in Jazzkonzerten etwa so präsent sind wie in deutschen Chefetagen.

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