Sieben Tänzern von der Elfenbeinküste ist die Einreise nach Deutschland  verweigert worden. Die Mitglieder des Ensembles Les pieds dans la mare wollten ein mit Mitteln des Hauptstadtkulturfonds’ gefördertes und vom Goethe Institut unterstütztes Theaterprojekt mit der JTW Spandau realisieren. Unter der Regie von Carlos Manuel (Berlin) und Jenny Mezile (Abidjan) sollte am Samstag die Produktion „Metamorphosen“ mit ihnen Premiere haben.

Wie die Projektleiterin Julia Schreiner sagte, scheiterte die Einreise wohl daran, dass die Tänzer unverheiratet und ohne Anstellung in ihrer Heimat seien. „So wie viele Künstler eben leben. Wenn solchen Personen mangelnder Rückkehrwille unterstellt und deswegen das Visum verweigert wird, weiß ich nicht, wie der im Koalitionsvertrag propagierte Kulturaustausch vorangetrieben werden soll“, so Schreiner.

Auch komplette Kostenübernahme hilft nicht

In der Tat macht die Praxis der sehr zögerlichen, stets lange unsicheren und oft eben auch verweigerten  Visumserteilung an Künstler aus politisch unsicheren Ländern internationalen Kooperationen und Festivals immer wieder das Leben schwer. Dass von deutschen Institutionen alle Kosten für Reise und Aufenthalt übernommen und ein marktübliches Honorar bezahlt wird, ist keineswegs ein Garant dafür, dass ein eingeladener Künstler auch einreisen darf.

Teilweise können Produktionen nur dadurch gerettet werden, dass die deutschen Kollegen das Risiko einer privaten Bürgschaft für die ausländischen Künstler auf sich nehmen wie im Fall der afghanischen Theatergruppe Azdar, die letztes Jahr am Nationaltheater Weimar an der Produktion "Malalai" mitwirkte.  

Sehr engagiert propagiert Michelle Müntefering, die Staatsministerin im Auswärtigen Amt für internationale Kulturpolitik gerade, "Zusammenarbeit und Kooperation" an die oberste Stelle ihrer Arbeit zu setzen und Kulturaustausch als praktizierte Vöklkerverständigung zu verstehen. Das JTW Spandau hat die Ministerin um eine Stellungnahme zum aktuellen Fall gebeten. Einstweilen wird die Premiere der "Metamorphosen" am Samstag ohne die ivorischen Tänzer stattfinden.