„Möge die Macht mit euch sein!“: Der Hamburger Notar Jens Jeep will, dass das größte Otto-von-Bismarck-Denkmal der Welt ein LED-Schwert erhält.
Fotomontage: Jens Jeep

BerlinBerlin ist die schönste (und klügste) Stadt der Welt, keine Frage. Aber manchmal kommen gute Ideen auch aus Hamburg. Nach den „Black Lives Matter“-Demonstrationen und dem Bildersturm gegen Statuen von kolonialen Besatzern wird in der Hansestadt debattiert, wie man mit einer Erinnerungskultur abrechnen könnte, die alte Machtansprüche bedient. Hamburg hat da Nachholbedarf. Immerhin hat die Hafenstadt mit ihren Flotten die ausbeuterische Beziehung zu Bismarcks Kolonien ganz besonders befördert und noch einige zweifelhafte Denkmäler in die Stadt gestellt, die jetzt zunehmend in Kritik geraten. Umso kreativer sind die Ideen, wie man mit den imperialen Symbolen umgehen könnte.

Besonders umstritten ist ein Denkmal von Otto von Bismarck im Alten Elbpark von 1906. Die Statue aus Stein ist 34,4 Meter hoch und das größte Bismarck-Denkmal der Welt. Das Monument wird gerade für neun Millionen Euro saniert. Einige Hamburger Verbände fordern nun, die Arbeiten dafür zu nutzen, die Statue umzugestalten, sogar zu köpfen oder das Areal in einen postkolonialen Park zu verwandeln, um Bismarcks ausbeuterische Feldzüge zu thematisieren. 

Einen der besten Reformvorschläge hat bislang der Notar Jens Jeep gemacht. Der Hamburger will, dass man Bismarck mit einem LED-Lichtschwert ausstattet, das stündlich die Farben wechselt: von pink über violett bis neongrün. Jens Jeep hat bereits eine Fotomontage veröffentlicht, auf der Bismarck nicht zufällig an Darth Vader (oder wahlweise an einen Jedi-Ritter) erinnert. Jeep sagte dieser Zeitung: „Wir kennen das Laserschwert vor allem aus der Star-Wars-Saga, auch wenn es das in der Science-Fiction-Literatur schon seit den 1930er-Jahren gibt. Da kämpft die gute gegen die böse Seite der Macht. Beide Seiten nutzen dieses Lichtschwert. Die Ambivalenz von Bismarck als Person, die nicht nur gut war, aber auch nicht nur schlecht, würde durch solch ein Laserschwert hervorragend zum Ausdruck gebracht.“

Eine geniale Idee! Auch in Berlin wäre ein derartiger Bruch wünschenswert. Warum nicht einfach mit der Mohrenstraße anfangen? Die BVG könnte eine digitale Anzeigetafel über dem U-Bahnhof installieren und die Haltestelle jedes Jahr umbenennen. Und was ist mit dem Fernsehturm? Man könnte die Kugel pink anleuchten und Berlins Beziehung zur Clubkultur betonen. (Junge Berliner denken beim Fernsehturm sowieso eher an Disco-Kugel als an DDR). So könnte es immer weitergehen: Schinkeldenkmal, Friedrich-Statue, Marx-Büste - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Danke Hamburg!