Diese Woche ist eine Angela-Merkel-Woche. Erst der Jubel mit den Fußballweltmeistern in Brasilien, dann ihr 60. Geburtstag am Donnerstag, und am Freitag beendet sie die Woche mit ihrer großen Jahrespressekonferenz. Das ist für alle im politischen Berlin das Zeichen, dass nun wirklich die Sommerpause anbricht. Dann wird es auch stiller um die Kanzlerin, und die aktuellen Bilder in den Medien werden rarer.

Gleichzeitig aber bietet das Museum The Kennedys einen Ausgleich. Zum runden Geburtstag der CDU-Vorsitzenden präsentiert das eigentlich der Pflege des Ruhms der Familie Kennedy verpflichtete Haus in der Auguststraße eine Sonderausstellung mit Bildern der deutschen Kanzlerin, gefertigt von dem Fotografen Daniel Biskup. Er ist ein enger fotografischer Wegbegleiter Angela Merkels und zeichnet in 60 Aufnahmen ihren politischen Weg nach, von der ersten Wahl zur CDU-Vorsitzenden bis zum feierlichen Empfang im Weißen Haus durch Barack Obama.

Die überraschendsten Fotos sind die frühen – weil wir diese Szenen schon vergessen haben? Das Bild von ihrer Wahl zum Nachfolger Wolfgang Schäubles als CDU-Vorsitzende zeigt eine junge, aufgekratzte, überdrehte Frau auf der Parteitagsbühne, die sogar Schäuble neben sich zum Lächeln bringt, der in dieser für ihn bitteren Minute eigentlich gar nichts zu lachen hatte. Eindrücklich ist auch eine in sich versunkene Angela Merkel vor einem übergroßen Bild Helmut Kohls.

Ein anderes ungewöhnliches Foto zeigt Merkel gemeinsam mit ihrem Vorgänger Gerhard Schröder und Oda Jaune, der Witwe des Malers Jörg Immendorff. Sie stehen vor dem von ihm geschaffenen Porträt Schröders im Kanzleramt. Angela Merkels Begeisterung für die USA ist bekannt. Vielleicht ist das der Grund für diese Hommage des Kennedy-Museums in den Zeiten der auch Merkel verstörenden NSA-Affäre.

Sonderausstellung ab Do (17.7.) bis zum 17. 8., Museum The Kennedys, Auguststraße 11–13, Di–So jeweils 11–19 Uhr, Eintritt: 5, ermäßigt 2,50 Euro, Tel.: 20 65 35 70.