Über zehn Jahre ist es her, dass Sophia Loren zuletzt in einem großen Film zu sehen war, und dass ihr Auftritt im gefloppten Hollywood-Musical „Nine“ kaum in Erinnerung geblieben ist, sagt mehr über den Film von Rob Marshall als über ihren recht kurzen Auftritt darin aus. Doch nun meldet sich die Legende des italienischen Kinos zurück, bei Netflix statt auf der großen Leinwand und mit einer Rolle, die nicht so ohne weiteres zu übersehen oder zu vergessen ist. Schließlich ist „Du hast das Leben vor dir“ ganz auf Loren zugeschnitten.

Die Madame Rosa, die die 86-jährige Oscar-Gewinnerin hier verkörpert, mag nicht die uneingeschränkte Hautrolle dieses Films sein. Das Zentrum aber ist sie allemal. In der Hafenstadt Bari hält sich die betagte ehemalige Prostituierte mit Mühen, aber großem Herzen über Wasser. Um die Miete zahlen zu können, müssen schon mal die kostbaren Kerzenständer verkauft werden, aber wenn Kinder – etwa die von ehemaligen Kolleginnen – Hilfe brauchen, findet sie immer noch einen Platz. So wie für den 12-jährigen Momò (Ibrahima Gueye), den ihr gleichermaßen gutherziger Arzt bei Rosa einquartiert.

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