Dass es im Internet eine Obsession für Pinnwände gibt, ist spätestens seit dem Siegeszug von Facebook klar. Pinterest heißt nun eine Plattform, die Facebooks Pinnwand-Prinzip radikalisiert hat: Es gibt keine Statusmeldungen mehr, stattdessen werden nur noch Bilder an die virtuelle Pinnwand geheftet.

Davon gibt es dafür gleich mehrere. Alle Nutzer können verschiedenste Pinnwände anlegen, auf denen sie schöne Dinge sammeln, populär ist etwa eine für Dessert-Rezepte und eine für wirklich wundervolle Handtaschen. Mit einem Klick auf das „Pin it“-Lesezeichen im Browser kann man dann jedes interessante Designer-Handtaschen-Foto zur Pinwand hinzufügen, auf das man auf irgendeiner Website gestoßten ist. Zeige, wer du bist durch das, was du sammelst, lautet die Philosophie hinter Pinterest.

Zurück in die Küche

Der Appell an die Sammelleidenschaft macht Pinterest so erfolgreich: Kein soziales Netzwerk wächst derzeit schneller. Allein in den letzten beiden Monaten hat sich die Zahl der Seitenaufrufe auf knapp 18 Millionen Besucher mehr als verdoppelt, in Deutschland ist die Nutzung allein im Februar um 288 Prozent gestiegen – obwohl Pinterest bisher nur im Testbetrieb läuft.

Um sich zu registrieren, muss man zuerst eine Einladung beantragen. Trotzdem hat Pinterest bei der Nutzungsdauer etablierte soziale Netzwerke wie Twitter längst überholt. 88 Minuten verbringen Nutzer nach Angaben der Marktforschungsfirma Comscore im Monat auf der Website. Bei Facebook sind es zwar mit 394 Minuten deutlich mehr – doch an Twitter und Google Plus ist Pinterest bereits deutlich vorbei gezogen.