Wie hieß noch mal der Berliner Abgeordnete, der es sich, vermutlich im Zusammenhang mit Klaus Wowereits Outing, beleidigt verbat, „heterosexuell“ genannt zu werden? Was haben wir gelacht, damals vor rund 20 Jahren! Und vielleicht sicherheitshalber doch noch einmal nachgeschlagen (zu Hause, denn Google war noch jung und Smartphones gab es keine), weil dieses Wort ja wirklich ungebräuchlich war. Warum sollte man die Norm auch benennen?

Dass heute der Verdacht aufkriecht, der, dessen Name nicht genannt werden kann, könne vielleicht berechtigterweise empört gewesen sein, weil er eben wirklich nicht heterosexuell war (bzw. ist), zeigt, wie sich die Welt verändert hat. (Und dass man immer nur mit den Menschen lachen soll, niemals über sie, aber das bloß nebenbei.) Sprache schafft zweifellos Bewusstsein und Sichtbarkeit, richtet aber auch zu und grenzt ab von all dem, was nicht extra benannt werden muss. Das größte gesellschaftliche Privileg ist die Selbstverständlichkeit, und darauf, dass sie auf Ausgrenzung basiert, hat zuletzt die Autorin Alice Hasters im Rassismus-Begriffsstreit mit Dieter Nuhr wieder hingewiesen.

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