Seit dem 19. Jahrhundert wird Schweinepriester ausschließlich als Beschimpfung benutzt, während es davor Schweinehirten im Klosterdienst bezeichnete, zu deren Aufgaben auch die Kastration der Ferkel gehörte. Die Übertragung von der Berufsbezeichnung zum Schimpfwort ähnelt der von „Schweinerey“ und „Sauerei“, womit ursprünglich die Schweinezuchtanlagen bezeichnet wurden, die dann aber, ans Wort „Schmutzerey“ angelehnt, zur Bezeichnung entweder hygienisch oder moralisch unreinlicher Zustände dienten.

Auch in Druckereien konnte es schlimm zugehen, Heine schrieb 1854 aus Paris an seinen Verleger Julius Campe: „Ich hatte in meinem letzten Brief, da die Post dem Abgang nahe war, keine Muße, Ihnen über die Schweinerey zu schreiben, welch in der Halleschen Druckerey zu walten scheint. Ich ließ Ihnen durch meinen Freund nur flüchtig wissen, dass von der 49ten Seite bis gegen Ende der 57sten Seite alles wieder abgedruckt worden, was schon in dem früheren Bogen, Seite 41 in der Mitte bis Seite 48 unten abgedruckt war.“

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