Die zerschlagene Scheibe eines Bushäuschens brachte mich beim morgendlichen Joggen zu der Frage, ob ich derartige Vandalismusschäden nun als Ausdruck einer urbanen Normalität verbuchen soll. Oder liegt nicht vielmehr der Gedanke nahe, es als Reaktion auf die nun schon seit Monaten anhaltenden Aus- und Zugangsbeschränkungen zu verstehen? Eine Begleiterscheinung des Virus wäre demnach eine vernehmbare Veränderung der Affekt- und Impulskontrolle im öffentlichen Raum.

Es gibt aber nicht nur die Wutproben, bei denen etwas zu Bruch geht und die Scherben als Zeichen eines demonstrativen Unbehagens gedeutet werden können. Ein Vorfall im Architekturmuseum Frankfurt am Main beschäftigt seit ein paar Tagen auch den Kulturbetrieb, den man sich doch bevorzugt als Bühne egalitärer Verhältnisse und des Austauschs im Ringen um das bessere Argument vorstellt.

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