Berlin - Impfdesaster, Regierungskrise, armes Deutschland, was ist bloß aus dir geworden? Das Land der Export- und Organisationsweltmeister wurde zuletzt im Ton forcierter Angstlust als eine Art Schurkenstaat beschrieben, der weder zu retten scheint noch lohnt. Die Metapher über Hopfen und Malz, das sprichwörtlich verloren sei, war angesichts der Phänomene des Niedergangs viel zu schwach, um das bevorstehende Elend kenntlich zu machen. Aus Hopfen und Malz geht nach sachgerechter Zubereitung Bier hervor. Schaut man auf Deutschland in der Nacht, ist nicht nur der Fußball am Ende – selbst mit Alkohol, so glauben viele, sei den Sorgen nicht mehr beizukommen.

Am Sonnabendmorgen dann ein Anruf zu ungewöhnlicher Zeit. Ein Freund, der mich, wenn ich mich recht erinnere, noch nie derart früh angerufen hat, klingelt durch, um mir mitzuteilen, dass er soeben einen Impftermin im Flughafen Tempelhof erhalten habe. Hangar 4, nächste Woche. Er hatte die Telefonhotline 030 / 90 28 22 00 angerufen und nach kurzer Wartezeit grünes Licht für die Zufuhr des Impfwirkstoffs AstraZeneca erhalten. Die Hotline war freigeschaltet worden für alle Berlinerinnen und Berliner über 60, die bereit sind, das für jüngere Altersgruppen umstrittene Vakzin entgegenzunehmen. Ärmel hoch, so einfach?

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