So sieht eine zu allem entschlossene Sternenkriegerin aus: Daisy Ridley in der Rolle der machtbegabten Nachwuchshoffnung der Jedi - der Schrottsammlerin Rey.
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BerlinAls 1977 der erste „Star Wars“-Film herauskam, wurden Harrison Ford, Mark Hamill und Carrie Fisher über Nacht zu Weltstars. 2015 wurde die letzte Trilogie der Weltraumsaga eingeläutet und machte Hauptdarstellerin Daisy Ridley (27) mit einem Schlag berühmt. Sie spielt auch in der jetzt im Kino angelaufenen neunten Episode „Der Aufstieg Skywalkers“ die Widerstandskämpferin Rey. Mittlerweile durfte sich die Britin auch schon in anderen Filmen beweisen, etwa in Kenneth Branaghs „Mord im Orient Express“. Weitere Angebote liegen bereits auf dem Tisch. Für Daisy Ridley wird es definitiv ein Leben nach „Star Wars“ geben.

Miss Ridley, jetzt ist alles vorbei mit der Sternensaga. Schwingt da eine gewisse Traurigkeit bei Ihnen mit?

Ich glaube, wenn der Film jetzt startet, wird sich ein merkwürdiges Gefühl in mir breitmachen. Ich habe mich darüber schon mit meiner Kollegin Gwendoline Christie ausgetauscht, wie es ihr nach dem Ende von „Game of Thrones“ ging. Sie hat mir gesagt, dass es immer auch mit Traurigkeit verbunden ist, wenn etwas zu Ende geht.

Traurig war auch, als Carrie Fisher vor drei Jahren verstarb. Dennoch ist sie in Teil 9 wieder als Prinzessin Leia dabei. Wie sind diese Szenen mit Ihnen beiden entstanden?

Natürlich musste dadurch die Story etwas abgeändert und neue Szenen mit mir gedreht werden, die dann mit dem gedrehten Material von Carrie abgestimmt wurden. Das mag seltsam klingen, weil ihre Rolle in „Der Aufstieg Skywalkers“ tatsächlich größer ist, als man vermuten würde. Es ist erstaunlich, wie viel vor ihrem Tod bereits mit ihr gedreht wurde, damit noch einiges über Leia preisgegeben werden kann und alles einen Abschluss findet.

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Zur Person

Schon in jungen Jahren besuchte Daisy Ridley eine private Schule für darstellende Künste nördlich von London. Ein kulturgeschichtliches Studium gab sie zugunsten ihrer Schauspielkarriere auf. Erste Rollen hatte Ridley in Fernsehserien und in einem britischen Indie-Horrorfilm.

Der Durchbruch kam im Jahr 2014, als die Britin für die Hauptrolle der Schrottsammlerin Rey in „Das Erwachen der Macht“ ausgewählt wurde. Regisseur J. J. Abrams folgte damit dem Ansatz von „Star Wars“-Schöpfer George Lucas, weitgehend unbekannte Darsteller zu besetzen.

Im Gegensatz zu Fisher bei ihren ersten Auftritten verkörpern Sie keine schutzbedürftige Prinzessin, sondern eine junge Frau, die zu kämpfen und sich zur Wehr zu setzen weiß …

Ja, die Actionszenen haben mir viel Spaß bereitet. Daneben gibt es aber auch viele Emotionen. Ich sehe mich also nicht als Actionlady. Ich finde, „Star Wars“ wird erst spannend durch Figuren wie meine Rey, die wie einst Luke Skywalker nicht wissen, woher sie kommen und ihren Platz finden wollen.

Ein verregneter Tag im tosenden Meer: Die gute Rey (Daisy Ridley) und der böse Kylo Ren (Adam Driver) sind einander im Kampf auf Leben und Tod zugetan.
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Man wird hoffentlich erfahren, wer Reys Eltern sind. Wird es darauf im letzten Teil eine Antwort geben?

Ich muss gestehen, dass ich vor meinem ersten Auftritt in „Das Erwachen der Macht“ kein großer „Star Wars“-Fan war und ich erst im Nachhinein verstand, warum die Sache mit Luke Skywalkers Vater so eine große Sache war. Ich kann nur sagen, dass es eine unerwartete, coole Antwort darauf gibt, woher Rey stammt.

Nun können „Star Wars“-Fans sehr gnadenlos sein, wenn ihnen etwas nicht gefällt. Ängstigt Sie das?

Ich weiß, viele haben sich sehr kritisch zum achten Teil „Die letzten Jedi“ geäußert. Dennoch sind sie in die Kinos geströmt und es ist auch nicht so, dass sie sich nun von „Star Wars“ gelöst hätten. Das merkt man bei Fan-Kongressen, die nicht leerer geworden sind. Alle sind heiß auf den neuen Teil, und ich bin überzeugt, dass er vielleicht nicht jeden, aber die meisten zufriedenstellen wird.

Im Millenium Falken hat der Wookiee-Pilot Chewbacca (l., Joonas Suotamo) alles im Griff - auch wenn es nicht immer so aussieht. Rey (r., Daisy Ridley) vertraut dem Zottel. 
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Wie kommt es, dass Sie nicht schon früher für „Star Wars“ interessierten? Sind nicht schon Ihre Eltern damit groß geworden?

Tatsächlich hat mir mein Vater offenbart, dass er „Star Trek“ immer lieber mochte. Darüber hinaus hat es meine Familie nicht so mit Filmen. Meine Eltern schlenderten mit mir lieber durch Galerien oder spielten mir ihre Lieblingsmusik vor anstatt mit mir ins Kino zu gehen.

Wann hörten Sie überhaupt das erste Mal von der Sternensaga?

In meiner Kindheit schwärmte mein Cousin davon, und im Kino habe ich dann „Die Rache der Sith“ gesehen. Da bekam ich es echt mit der Angst zu tun, weil ständig etwas explodierte. Insofern war mir „Star Wars“ schon ein Begriff, und obwohl ich mich zuvor nie so richtig damit auseinandergesetzt hatte, fand ich es erstaunlich, wie viel ich doch wusste, als das Rollenangebot kam. Der beste Beweis, dass „Star Wars“ längst zu unserer Popkultur gehört.

Haben Sie Poster an den Wänden oder Rey als Spielzeugfigur im Regal?

Ich trage T-Shirts, die ich geschenkt bekommen habe. Und zu Hause hängt an meiner Wand ein Bild, das Oscar Isaac, John Boyega und mich auf unserem ersten „Star Wars“-Fantreffen zeigt. Ansonsten sieht’s eher mau bei mir aus, im Gegensatz zu John, der ein ganzes Regal mit Erinnerungsstücken hat. Er ist ein richtiger Sammler.

Haben Sie neben Ihren eigenen noch eine andere Lieblingsfigur?

Ich mag die Ewoks, wohl wissend, dass ich damit auf geteilte Meinungen stoße. Ich finde sie gruselig und gleichzeitig lustig. Sie haben etwas Übermütiges, das mir gefällt.

Die deutschen Trailer zu "Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers". 

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In Ihrer britischen Heimat ist Jedi mittlerweile eine anerkannte Religionszugehörigkeit. Ist das nicht ein bisschen übertrieben?

Ach, es gibt Leute, die noch an viel verrücktere Dinge glauben. Ich will nicht anmaßend sein, aber der Glaube, dass eine höhere Macht alles bestimmt, ist ziemlich ausgeprägt.

Woran glauben Sie?

Ich glaube schon, dass das Universum von Energie bestimmt wird – und damit gerät man schnell in die Spiritualität.