Köln - Im US-Fernsehen scherzt Jimmy Fallon mit Michelle Obama und Jimmy Kimmel zelebriert seine Dauerfehde mit Hollywoodstar Matt Damon. In Deutschland ist das Genre Late Night eine der größten Baustellen der Fernsehunterhaltung. Doch nun ist Rettung in Sicht. Norbert Blüm, ehemaliger Arbeitsminister, ist angetreten, um uns aus der Wüste in blühende Landschaften zu führen.

Und die Lösung für das Problem, über das sich Heerscharen von Fernsehschaffenden seit Ewigkeiten den Kopf zerbrechen, ist so einfach: Der 81-Jährige liest Kalendersprüche von einem Zettel ab. „Was für ein Tag. Die Datumsshow mit Norbert Blüm“ heißt das Format, das nach Vorstellung von Produzent Holm Dressler täglich um Mitternacht auf Sendung gehen soll.

„Kalenderblatt mit Bewegtbildern“

Die Idee: Der Ex-Politiker (CDU) präsentiert jeweils eine Viertelstunde lang eine Art „Kalenderblatt mit Bewegtbildern“. Er sitzt an einem Schreibtisch und leitet historische Aufnahmen ein, die sich am Datum des gerade beginnenden Tages in der Weltgeschichte ereignet haben.

Er habe mit Blüm bereits 28 Folgen von jeweils 15 Minuten produziert und suche nun einen Sender für das Format, sagte Dressler am Dienstag. „Es soll nicht bei einem Fingerspiel bleiben. Unser Material liegt jetzt zur Prüfung bei ARD, ZDF, RTL, Sat.1 und auch bei kleineren Spartensendern.“ Die werden sich freuen.

Blüm wohl kein Retter des Late Night-TVs

Ob das Late-Night-Entwicklungsland Deutschland damit gerettet ist, bleibt abzuwarten. Einen bei Youtube eingestellten Clip mit Ausschnitten hatten am Dienstagnachmittag knapp 200 Nutzer angeklickt. Das klingt vielleicht noch nicht nach der ganz großen Einschaltquote, aber andere Rentner würden sich wünschen, mit ihren Freizeitaktivitäten ein derart großes Publikum zu erreichen. Und solange Blüm nicht behauptet, dass die Zukunft der Late Night sicher sei, besteht kein Grund zur Panik.