Berlin - Es ist nichts Neues, dass man durch Werbespots auf Musik stoßen kann. Die meisten haben hierzulande womöglich zum ersten Mal von der kanadischen Pop-Sängerin Feist gehört, als 2007 ihr Stück „1234“ in einem Werbespot zu Apples iPod nano zu hören war – oder von der amerikanischen Musikerin Santigold erfahren, als „Disparate Youth“ 2012 in einem Vodafon-Clip verwendet wurde. Und selbst der Berliner Entertainer Friedrich Liechtenstein hat dank eines Edeka-Videos, in dem er über „supergeile“ Produkte singt, vor acht Jahren den Gipfel seiner Popularität erreicht.

Mit einem neuen Werbespot scheinen Edeka und die Werbeagentur Jung von Matt die Liechtenstein-Geschichte nun weiterdrehen zu wollen und sie schaffen es tatsächlich, dass all diejenigen, die nicht nach Feierabend auf Plattformen wie Twitch abhängen und auf YouTube jeden Comedy-Quatsch oder Unfall-Schnipsel gucken, etwas Neues entdecken.

Ooh und Aah am Wackelpudding-Tisch

In „Super Marc“ zeigt sich der New Yorker YouTuber Marc Rebillet, der ein bisschen an die Kunstfigur Borat erinnert. Im Bademantel steht der 32-Jährige vor dem Obst-und-Gemüse-Regal, verkabelt Drachenfrüchte und Zucchini. Einmal auf die Ware draufgeklopft, entsteht ein dumpf verstärktes Geräusch, und Rebillet kreiert ein elektronisches Pop-Stück über die Vielfalt im Supermarkt. Er singt über den vergessenen Einkaufszettel, scheitert fast an der Suche nach dem urdeutschen Produkt Schmand, hämmert auf den Einkaufswagen und „ooht“ und „aaaht“ am mit Wackelpudding bedeckten Tisch. Toller Typ!

Einmal gegoogelt, findet man schnell heraus, dass Rebillet von spontanen Sketchen und musikalischen Improvisationen lebt. Er hat sogar Alben veröffentlicht und ausverkaufte Shows gespielt. Wenn jetzt noch seine Musik tatsächlich im deutschen Supermarkt laufen würde, wäre das nicht nur ein Gewinn für ihn. Doch wie schon bei Liechtenstein muss das Lied wohl offenbar vor dem Eingang warten.