BerlinDie Frage, wem der 1934 von einem Kunsthändlerkonsortium für das Berliner Kunstgewerbemuseum angekaufte Welfenschatz mit seinen einzigartigen Kunstwerken gehört, ist hoch heikel. Die Limbach-Kommission, die in Deutschland über strittige Rückgabeanträge von einst als Juden Verfolgten entscheidet, hat zwar eindeutig zugunsten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gesprochen. So wie die meisten Historiker ist auch sie der Meinung, dass der Bestand 1934 zu einem angemessenen Preis verkauft wurde. Aber spiegelten die Marktbedingungen schon den Druck der Nazis auf den Kunsthandel – das meinen die Kläger – oder konnten die Händler frei über ihren Besitz verfügen? So rekonstruiert es die Preußen-Stiftung mit durchaus guten Belegen.

Doch da die Erben der Kunsthändler in den USA wohnen, haben sie auch dort auf Herausgabe des Welfenschatzes geklagt. Dagegen steht die für alle Diplomatie zentrale Rechtsstaatstradition, dass Staaten nicht von Privatpersonen verklagt werden können. Nach der Niederlage vor einem Bundesgericht hat nun die Preußen-Stiftung die Frage vor den Obersten Gerichtshof gebracht: Dürfen amerikanische Gerichte überhaupt solche Fragen behandeln?

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