Ja, es gibt sie, die herausfordernden Mitbürger, die einem bei der Begegnung noch immer die Hand entgegenstrecken, um gleich herauszufinden, wes Geistes Kind man sei. Ebenso unangenehm sind mir aber die Ellbogenrempler, die einem zum Vollzug ja noch viel näher kommen wollen als die Händeschüttler. „Ich mach mal so“, rufe ich bei beiden meist schnell, lege die Hände vor der Brust zusammen und verbeuge mich leicht. Respektvoller Abstand war mir schon immer der herzlichste Gruß unter Bekannten, das bedeutungslose Ansichdrücken mit dem schnellen Luftkuss über die Schulter vermisse ich nicht. 

Auch sonst kann man einiges von dem lassen, was man sowieso nie mochte, bis hin zum Last-Minute-Geschenke-Einkaufen vor Weihnachten. Ein ähnliches Zurücktreten vom Alltag gestattet sonst nur die Krankheit, jetzt tut man es, um Krankheit zu vermeiden – diesen Teil der Übung sollte man ruhig mitnehmen ins weitere Leben.

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