Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser)
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Berlin"Baum fällt"!, rufen die Waldarbeiter, wenn sie einen Baum so weit angesägt haben, dass es kracht. Dieses Kommando ist noch gut zu verstehen, viele andere Sätze, die die Frauen und Männer aus dem Sägewerk in Kärnten so von sich geben, dagegen nicht. Da muss so mancher Zuschauer wohl die Untertitel einschalten. Selbst die beiden Wiener Ermittler Bibi Fellner (Adele Neuhauser) und Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) passen sich dem knorrigen Kärntner Dialekt an. 

Das Duo wurde in die Provinz entsandt, weil der örtliche Holzbaron, dessen Sohn vermisst wird, dem Dorfgendarmen nicht traut und beim Polizeipräsidenten, einem alten Spezi, um Topleute gebeten hat. Der Dorfpolizist entpuppt sich wiederum als alter Spezi von Eisner – gespielt wird er von Karl Fischer, der als Sergente Vianello aus den Donna-Leon-Krimis bekannt ist. Verena Altenberger taucht als Frau aus dem Sägewerk auf – in zwei Wochen ist sie  wieder die Münchener Polizeiruf-Kommissarin Eyckhoff. Da wird der „Tatort“ zu einer Art ARD-Klassentreffen.  

Genauso mühsam wie durch den Dialekt muss sich der Zuschauer durch die Verwandtschafts- und Abhängigkeitsverhältnisse im Dorf kämpfen. Der vermisste Juniorchef, von dem nur eine Titanplatte in der Holzasche geblieben ist, betrieb nicht nur windige Geschäfte, sondern unterhielt auch Liebesverhältnisse mit einigen Frauen und brachte so deren Männer gegen sich auf. Das Drehbuch schickt ein gutes Dutzend Verdächtige in den Holzkrimi. Das mag vielleicht für Spannung beim Tatort-Kneipenquiz sorgen – ergibt aber noch lange keinen spannenden Krimi. Nikolaus Leytner (Regie) und  Hermann Dunzendorfer (Kamera) schwelgen zwischendurch immer wieder in Panoramaaufnahmen von der idyllischen Landschaft und dem Großglockner-Massiv. Da wird aus nicht spannend wenigstens entspannend. Und Kommissar Eisner singt mit seinem alten Kumpel die Klassiker von den Stones – da kennt man wenigstens den Text.

"Tatort:  Baum fällt" -  Sonntag, 20.15 Uhr, ARD