Der Fall

Ivo Klein (Christoph Bertram) wurde auf dem Heimweg von seinem Junggesellenabschied von einem Kleinwagen überrollt. Eine Tasche mit 500.000 Euro, die Klein kurz zuvor in einem Mülleimer gefunden hatte, führte zu Rainer Bertram (Hansjürgen Hürrig). Der Anwalt hatte das Geld dort für den Entführer seiner Enkeltochter Charlotte Ritter deponiert, der gedroht hatte, die Abiturientin umzubringen, sollte ihr Großvater die Polizei einschalten. Ballauf und Schenk mussten die Geheimnisse, die die Familie Ritter und die von Charlottes Freund Kasper offensichtlich hatten, schnell aufdecken, wollten sie das Mädchen retten.

Die Auflösung

Die Entführung war nur vorgetäuscht. Charlotte war nach einem Abend mit ihrem Bruder und Kasper (Anton von Lucke) tödlich verunglückt. Weil Rainer Bertram einst geholfen hatte, dass Kaspers Familie nach dem Tod des Vaters bei einem Betriebsunfall nicht angemessen entschädigt worden war, machte dieser gemeinsame Sache mit Charlottes Vater Ludwig Ritter (Harald Schrott). Dieser war völlig verstört, weil er gerade erfahren hatte, dass seine Frau ihm verheimlicht hatte, dass Charlotte gar nicht seine Tochter war. Ivo Klein war nur zur falschen Zeit am falschen Ort, Kasper hatte ihn überfahren.

Die Ermittler

Wie bei manchem alten Ehepaar hat man bei Ballauf und Schenk das Gefühl, es plätschert alles so vor sich hin. Richtig aufregend ist die Beziehung nicht mehr, trennen will man sich aber auch nicht. Schenk ist genervt vom „Erdbeerkörbchen“, mit dem er herumfahren muss. Ballauf versucht, positiv auf die Ehe des Kollegen einzuwirken und empfiehlt eine Ayurvedakur. Und dann ist da noch der neue Assistent Jütte, der soll wohl eine Art Münster-„Tatort“-Heiterkeit in die Kölner Ausgabe bringen, doch leider ist das alles ziemlich albern. Und  Roland Riebeling muss so viel Kuchen und anderen Kram in sich hineinstopfen, dass er einem nur leidtun kann.

Fazit

Familiendramen stehen im Kölner „Tatort“ zurzeit hoch im Kurs, so auch im neuen Fall, der sogar schlicht „Familien“ hieß. Regisseurin Christine Hartmann und Drehbuchautor Christoph Wortberg haben einen soliden Krimi geschaffen, der mit einigen unerwarteten Wendungen aufwarten konnte, alles in allem jedoch hölzern geriet, was an den wenig lebensnahen Dialogen und der klischeehaften Darstellung der zerrütteten Familien lag.