Der ruppige, stets angefressen wirkende Kommissar Faber (Jörg Hartmann) fühlt sich gestört von diesen beiden Grauköpfen aus München. Gegenüber seinen Leuten nennt er sie höhnisch Kasperl und Seppel. Dabei sind Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) nach Dortmund gekommen, um den Mörder eines afrikanischen Drogendealers festzunehmen, den brutalen Mafioso Pippo (Emiliano de Martino). Doch Faber würde dessen Treiben lieber noch länger beobachten, um das Problem an der Wurzel ergreifen zu können. Derartige „Gipfeltreffen“ der „Tatort“-Kommissare gab es immer mal wieder, meist zu Jubiläen. So kooperierten zur 1000. Folge im Jahr 2016 Lindholm und Borowski, zum 30. Jahrestag trafen die Dresdener auf die Kölner Kommissare. Auch „Kasperl und Seppel“ recherchierten schon mal mit Kollegin Odenthal.

Einen allzu launigen Geburtstags-„Tatort“ darf man aber nicht erwarten, wenn Bernd Lange als Autor und Dominik Graf als Regisseur zu Werke gehen. Sowohl Lange, bekannt geworden mit seinen Drehbüchern für Hans-Christian Schmid, als auch Graf, der schon seit 1986 immer wieder ungewöhnliche „Tatorte“ in Szene gesetzt hat, sind eher für harte, direkte Dramen bekannt, die die Abhängigkeiten und Ausweglosigkeiten menschlichen Handelns aufzeigen. Auch mit filmischen Mitteln: Kameraführung, Perspektivwahl und Montage wirken mitunter fast so ruppig wie das Auftreten von Faber.

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