Die Kriminalhauptkommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) glauben nicht, dass es sich um einen einfachen Autounfall handelt.
Foto: BR/Marco Nagel

BerlinDer sozialkritische „Tatort“ gehört zu Weihnachten wie die Nadel zur Tanne. Diesmal geht es um die Grundrente, im weitesten Sinne jedenfalls. Als „Respektrente“ hat sie es zum Wort des Jahres gebracht. Manche in der SPD nennen sie die gute Rentnerrente. Vielen alten Menschen geht es nicht besonders in diesem Land. Aber so einen Fall haben sie nicht verdient.

„One Way Ticket“ zählt zu den Tiefpunkten der Saison. Ohne Sinn bastelt sich der Autor und Regisseur Rupert Henning (bisher beim österreichischen „Tatort“ tätig) hier eine Geschichte zusammen, die hinten und vorne nicht funktioniert.

Alles hängt zusammen – nur verstehen tut es keiner

Alles beginnt irgendwo in Afrika mit einer schönen Frau. Dann gibt es einen Unfall in München – nun soll man sich Gedanken machen, wie das zusammengehört. Schöne Frau, toter Mann. Der Tote hatte, bevor er tot war, noch einen Notruf abgesetzt, in dem er „scheiß Normannen…“ murmelte. Nun aber wieder nach Afrika, Nairobi, genauer gesagt. Dort wird ein Rentner mit 300.000 Euro Drogengeld im Koffer aus der Gepäckschlange gefischt. Schöne Frau, toter Mann, krimineller Rentner. Hängt alles zusammen.

Der Tote aus dem Auto war der Kopf einer Schmugglerbande, die unter dem Deckmantel einer Hilfsorganisation bedürftige Rentnerinnen und Rentner als Drogenkuriere einsetzt. Das im Film vorgeführte Geschäftsmodell basiere auf einer wahren Begebenheit, heißt es. Schlimm. Als die Schmuggler, alte Hasen genannt, in einer Verhörszene ihre wirtschaftliche Notlage schildern, würde der Film gern Verständnis für sie generieren. Das Gegenteil ist der Fall: Wie kann man nur so blöd sein.

Bedauernswerter Gastauftritt

Unserem Mann in Afrika geht es inzwischen schlecht, denn er sitzt „in Nairobis härtestem Gefängnis“, wo man ihm nach dem Leben trachtet. Apropos nach dem Leben trachten, was ist denn nun eigentlich mit den scheiß Normannen? Normannen? Klingelt da was? Normannenstraße! Stasi! Im Showdown dieses missratenen Films haben die Schauspiellegenden Monika Lennartz und Hark Bohm einen bizarren Gastauftritt, für den man sie nur bedauern kann.

Tatort: One Way Ticket, Donnerstag, 20.15 Uhr, ARD