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Sonntagabend, 21.45 Uhr: der Tatort ist zu Ende, doch der Täter immer noch nicht ermittelt. Das sollen erstmals in 40 Jahren Tatort-Geschichte die Zuschauer übernehmen. Doch die Internetseite, über die die Zuschauer von der Fernsehcouch an die Seite der Kommissare Lena Odenthal und Mario Kopper wechseln sollen, ist mindestens eine halbe Stunde nicht verfügbar.

Tausende Tatort-Fans brachten nach Angaben des Südwestrundfunks den Server zum Erliegen. Den SWR-Tatort "Der Wald steht schwarz und schweiget" mit Schauspielerin Ulrike Folkerts als Kommissarin Lena Odenthal verfolgten am Sonntagabend durchschnittlich 8,37 Millionen Zuschauer. Nach Senderangaben war er damit Quotensieger vom Sonntag und entsprach einem Marktanteil von 24,6 Prozent. Bei den 14- bis 49-Jährigen waren es 19,3 Prozent.

"Das ist echt armselig, ARD"

Auch im Internet war der Andrang groß. Trotz des halbstündigen Server-Ausfalls beteiligten sich bis zum Montagmorgen rund 20.000 Fans an der Online-Ermittlung auf der Webseite sowie bei Facebook und Twitter. Doch auch hier ist bei vielen der Unmut groß, weil das Spiel offenbar auch am Montag bei vielen längst nicht reibungslos läuft. Bei vielen hängt demnach die Seite minutenlang oder bricht immer wieder zusammen, oft laufen einzelne Funktionen nicht.

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"Schade ARD, da habt ihr etwas Gutes auf die Beine stellen wollen, leider war es wohl nicht durchdacht oder der Ansturm unterschätzt", schreibt eine Nutzerin am Montagnachmittag auf Facebook. Eine andere wettert: "Was für ein Generve :( Bitte spart Euch jeden weiteren Online-Tatort. Das ist echt armselig."

Ein dritter Mitspieler kritisiert: "Das ganze Ding ist so elendig langsam, das geht gar nicht. Ich finde die Idee und alles ja total super, aber bitte Leute: bringt das erst auf den Markt, wenn es ausgereift ist und funktioniert."

Das Rätsel sei so angelegt, dass die Leute über mehrere Tage spielen könnten, sagt Guido Bülow, Social-Media-Manager beim SWR, der Nachrichtenagentur dapd. Einige Internetnutzer hätten die Ergebnisse von Spurensicherung, Gerichtsmedizin sowie die Ermittlungsakten bereits ausgewertet und den Täter ermittelt. „Das hat sicher einige Stunden gedauert“, sagte Bülow.

Zuschauer wollen die Lösung

Manche Fans stören sich allerdings daran, den Täter nicht im Fernsehen serviert zu bekommen, sondern selbst aktiv werden zu müssen. "Interaktiv gut und schön, aber ich brauche keine Beschäftigungstherapie, will einfach in Ruhe meinen Krimi ansehen-mit Lösung", lautet der Kommentar einer Zuschauerin auf der Tatort-Facebookseite.

Alle übrigen Fans haben noch bis Sonntag Zeit, das Rätsel zu lösen. Dann veröffentlicht der Sender den Namen des Täters im Internet. (erb/dapd)

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