Köln - Pubertäre Badefreuden in Münchener Flusslandschaft. Das Unheil kommt aus heiterem blauen Himmel: Eben tollte Tim noch, nun ist er erschossen. Steinig wie der Kieselstrand der Isar entwickeln sich die zähen Ermittlungen der Kommissare Leitmayr und Batic. Lange, allzu lange stochern sie erfolglos herum in diesem Fall, der – so traurig er auch ist – wehmütige Erinnerungen an ihre eigene Jugend weckt, als etwa Schüler Batic im zarten Alter von 16 seine Englischlehrerin vernaschte.

Doch die Welt der 14-Jährigen ist heute eine andere. Dieses Internet aber auch! Die Kids haben es faustdick hinter den Ohren. Sie spielen mit dem Feuer, chatten wild herum, haben Spaß an der eigenen Wirkung auf Erwachsene, posieren vor der Webcam, strippen und kassieren munter auf eigene Rechnung schnell verdientes Geld. Wer ist im virtuellen Sumpf Opfer, wer Täter? Geht es gar um Pädophile?

Falsche Fährte

Leitmayr und Batic treten unentwegt zäh auf der Stelle. Dabei fällt ihnen der Tatverdächtige praktisch in den Schoß, weil das Internet ihn als einen von vielen zufällig identifizierbar macht und er auch als Fußballtrainer Spaß an kleinen Jungs hat. Klare Sache, zumal der so harmlos wirkende Familienvater seine Festplatte neu formatiert hat, um verdächtige Fotos und Videos zu löschen. Selbst die eigene Gemahlin traut ihm nicht.

Spannung kommt über weite Strecken kaum auf, selbst als der Tatort-erfahrene Zuschauer längst einen völlig anderen Verdacht hat als die Kommissare. Doch im letzten Drittel gibt dieser Krimi plötzlich Gas. Die Story wird packend, überrascht mit unerwarteten Wendungen – und dramatischem Schluss.

Tatort: Das verkaufte Lächeln bis 21.45 Uhr, D2014 D Udo Wachtveitl, Miroslav Nemec 5-205-732