Köln - Mit den sozialen Netzwerken hat der Hamburger Kommissar Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) es offenbar nicht so. Als er und seine Kollegin Julia Grosz (Franziska Weisz) im Rahmen ihrer Ermittlungen rund um eine Einbruchsserie in das Visier von Wutbürgern geraten und im Internet massiv angegangen werden, ist Falke überrascht.

Die Mechanismen hinter dem Shitstorm versteht Grosz weit besser. „Treibjagd“ heißt ihr neuer Fall aber nicht bloß wegen dieser Hetze, sondern auch, weil die Polizei einigen Anwohnern zuvorkommen muss. Eine Einbrecherin war Zeugin, als ihr Freund von einem Hausbesitzer auf frischer Tat ertappt und erschossen wurde.

Erhebliche Zweifel an Notwehr 

Er habe in Notwehr gehandelt, sagt der Mann, doch Falke und Grosz haben da erhebliche Zweifel. Die Pistole, die der junge Einbrecher in der Hand hielt, war eine Attrappe. Über den wahren Tatablauf könnte allein seine Freundin Maja (Michelle Barthel) Auskunft geben, doch die ist auf der Flucht und wird nicht nur von der Polizei gesucht, sondern auch von einigen Anwohnern des Viertels.

Falke und Grosz müssen den Wettlauf gegen die Zeit gewinnen, wollen sie die Frau schützen. Falke berührt der Fall besonders, weil er den jungen Einbrecher am Morgen noch verhört hatte, ihn aber laufen ließ, weil er ihm nichts nachweisen konnte. Seine Kollegin Grosz hingegen hatte dafür gestimmt, ihn in Gewahrsam zu nehmen.

Wie die Angst vor einer Einbruchsserie Durchschnittsdeutsche zu Wutbürgern macht, arbeitet „Treibjagd“ (Buch: Benjamin Hessler, Florian Oeller, Regie: Samira Radsi) leider nur in Ansätzen heraus, auch Falkes naiver Umgang mit den Regeln des Internets und dem Shitstorm verwundert. Dennoch gelingt es diesem Film, einige wichtige Fragen aufzuwerfen und durchaus Spannung aufzubauen.