Ethan Hawke als Nikola Tesla.
Foto: AP/Cara Howe

Berlin - Nikola Tesla (Ethan Hawke) und Thomas Edison (Kyle MacLachlan) streiten. Mit einem Softeis in der Hand treten die legendären Erfinder einander als Stellvertreter von Wechselstrom und Gleichstrom im schwachen Licht einer Glühbirne gegenüber. Der Prolog des Stromkriegs läuft nicht auf eine sachliche Diskussion hinaus, sondern endet damit, dass sich Edison und Tesla gegenseitig Eiscreme auf den Anzug schmieren. Es ist ein Treffen, das es nie gegeben hat, wie Anne Morgan (Eve Hewson), die Erzählerin und Tochter des berühmten Bankiers J.P. Morgan kurz darauf erklärt. Anschließend klappt sie ihren Laptop auf und gibt die Anzahl der Google-Ergebnisse bekannt, die die Namen Edison und Tesla erzählen.

Regisseur Michael Almereyda macht schnell deutlich, dass eine „authentische“ Fassung der Person Tesla, die einen Alltag hat, in einer Gesellschaft existiert und Zeit verwurzelt ist, in seinem Film nicht existiert. Tesla ist im gleichnamigen Biopic nur Persona. Hier wird keine Persönlichkeit enthüllt, als vielmehr eine verschleiert. Die permanent arbeitende Gedankenwelt Teslas, die Ethan Hawke in sein jeweiliges Gegenüber hineinstarrt, bleibt ein Enigma.

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