Die vielleicht populärste dunkel-Wave Band des Planeten, The Cure, hat am Dienstagabend in der Mehrzweckhalle am Ostbahnhof gespielt. Gegen 20.40 Uhr betraten die fünf Musiker vor ausverkaufter Halle im Strobo-Gewitter die vernebelte Bühne.

Das Publikum, oftmals schwarz gekleidete Menschen zwischen 35 und 60 Jahren, schrie vor Freude, alle applaudierten. Die Band eröffnete den Abend mit dem ersten Lied des 1984 erschienen Albums Top, "Shake dog Shake", ein Lied über Wut, den Tod, viel Blut und das Animalische im Menschen.

Rote Lippen, weißer Puder

Es ging dann sehr laut, minimalistisch und ebenso dunkel im Sound weiter. Chef der Band, Sänger und Gitarrist Robert Smith, trug wie so oft schwarze Kleidung, sein Gesicht war wie zu erwarten weiß gepudert, die Lippen rot, sehr rot; seine schwarzgrauen Haare waren - für ihn typisch - nach hinten, nach oben und gleichzeitig zu allen Seiten zerzaust gekämmt.

Der mittlerweile 57-jährige Engländer sang mit seiner oftmals klaren, manchmal brüchigen, manchmal aufheulenden Stimme die traurigen, wütenden, dann wiederum auch bittersüßen Lieder aus der fast 40 Jahre alten Bandgeschichte.

Einsamkeit, Weltekel, Trauer

Es ging dabei um Einsamkeit, um weitere, überhaupt nicht angenehme Gefühle wie Liebeskummer, Trauer, Weltekel, Todesverliebtheit und die Hilflosigkeit sich in dieser verregneten Welt zurechtzufinden, aber auch um die Liebe an sich, die ja dann und wann auch gute Zeiten zu bieten hat, beispielsweise ein Lächeln - die ganze Bandbreite von Empfindungen wurde also abgedeckt, in mollige Gitarren-Akkorde, Melodien und Bassläufe verpackt. 

Viele Menschen sprangen zum ersten Mal bei "In Between Days" aus ihren Stühlen auf, sie tanzten, sangen laut mit und freuten sich. Bei ihrem Welthit "Friday I'm in Love" sprangen dann noch mehr Menschen aus ihren Stühlen und hatten eine gute Zeit. Und dann spielten sie "Boys Don't Cry" und wirklich alle haben mitgesungen.

Ihr Konzert beendeten The Cure nach der dritten Zugabe mit dem Lied "Why can't I be you". Das Publikum tänzelte nach zweieinhalb Stunden durch den Nebel nach Hause.

Eine ausführliche Konzert-Kritik folgt.