Berlin - Die Großmutter war noch Haussklavin, und auch der Weg ihrer Enkelin schien vorgezeichnet. Für Aibileen, 1911 geboren, war immer klar, dass sie Hausmädchen werden würde. Nicht, weil sie das unbedingt wollte, sondern weil einer jungen Afroamerikanerin in den amerikanischen Südstaaten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kaum andere Möglichkeiten offen standen, den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. 1962 blickt Aibileen zurück: Sie hat siebzehn weiße Kinder groß gezogen, zuletzt für einen Lohn von 180 Dollar monatlich.

Die junge Frau ist die Hauptfigur aus dem amerikanischen Kinohit "The Help", der auf dem gleichnamigen Bestseller beruht. Dessen Autorin Kathryn Stocketts verarbeitete für ihren 2009 erschienenen Roman eigene Kindheitserfahrungen. Wie ihr Freund, der Regisseur von "The Help", Tate Taylor, kommt sie aus Jackson, Mississippi. Buch und Film erzählen indes nicht allein vom Alltag Aibileens, sondern generell von den oft unwürdigen Bedingungen, unter denen afroamerikanische Hausangestellte damals bei weißen Familien arbeiteten. Praktisch sind sie rechtlos; Widerspruch wird nicht geduldet, und die Toilette der Arbeitgeber dürfen diese "schmutzigen Neger" meist auch nicht benutzen. Aibileens Freundin Minny soll auch während eines Hurrikans nach draußen zum separaten Klo laufen.