Mark Stoermer (l.), Brandon Flowers (M.) und Ronnie Vannucci sind die US-Rockband The Killers (undatierte Aufnahme).
Foto: Aztek Incorporated

Das hat aber gedauert: Schon im März 2020 gab es eine erste Ankündigung des sechsten Studioalbums der Killers aus Las Vegas, danach wurde die Veröffentlichung immer wieder nach hinten geschoben. Schuld ist, klar, SARS-CoV-2: In der Pandemie bleibt auch den Killers nichts anderes übrig, als sich für Streaming-Konzerte vor Displays zu versammeln. Doch das ist Sänger Brandon Flowers zu wenig. Es sei üblich, sagt er, neue Killers-Platten mit gigantischen Massenshows zu feiern, und es hat einige Wochen gedauert, bis der Band dämmerte, dass noch einige Zeit ins Land zieht, bevor das wieder möglich sein wird. Daher: Raus mit der Platte!

Schon beim ersten Song kann man den Phantomschmerz der Band zu spüren: „My Own Soul’s Warning“ klingt, als habe ein Arena-Architekt ihn geschrieben, um die Auslastung seines Entwurfs zu testen: Das Stück beginnt wie U2 zur Zeit von „The Joshua Tree“, wandelt sich kurz in Richtung Bruce Springsteen, um schließlich in einem Foxtrott-Stampfer aufzugehen, wie nur die Killers ihn spielen können, ohne sich lächerlich zu machen: Keine Strophen mehr, nur noch Refrain. The Killers sind Profis genug, um danach kurz zurückzuschalten: „Blowback“ oder „Dying Breed“ klingen wie digital aufgerüsteter Mainstreamrock der 80er, „Lightning Fields“ gefällt auch Roland-Kaiser-Fans, „Fire In Bone“ gibt einen Hinweis darauf, wie sich die Talking Heads im Jahr 2020 anhören könnten. Mit dem seifigen „When The Dreams Run Dry“ übertreiben es die Killers dann doch, wobei: Wird das alles Teil einer Liveshow sein, wird die Euphorie auch das überstrahlen.

The Killers: Imploding The Mirage (Universal) erscheint am 21. August