Vier verschwisterte Aborigines machen sich 1968 aus dem Outback in Australien auf den Weg, die kleinen Show-Bühnen der heißen Nachtbars von Saigon zu erobern. Sie liefern Unterhaltung für amerikanische Soldaten, die gerade ein Land kurz und klein hacken. Herrschaften, geht es noch ein bisschen schräger? Wer denkt sich denn solche Geschichten aus? Na, das Leben. Die Sapphires hat es gegeben. Alle vier wurden nach ihrer Gesangskarriere honorige ältere Damen, die sich um die Gesundheit oder Bildung von Aborigines in Australien verdient machten. Warum nur waren es ausgerechnet Aborigines, die in Vietnam für Unterhaltung sorgen wollten? Falsche Frage: Warum nicht? Sie hatten den kürzeren Weg nach Vietnam und waren vermutlich günstig. Aus ihrem Leben entstand ein australisches Musical und nun dieser Film.

Er steigt ein Mitte der 1960er- Jahre in einem staubigen australischen Kaff, das einen armseligen Gesangswettbewerb ausrichtet. Die jungen Vortragskünstler sind steif und talentfrei, bis auf ein paar Mädchen mit einem ausgelassenen Soul in der Stimme. Der Talentscout Dave Lovelace, den Chris O’Dowd hinreißend komisch als lahmen, versoffenen, wiewohl anständigen irischen Musiker gibt, erwacht aus seiner Lethargie und greift in die Tasten, als er die Mädchen hört. Die aber sind Aborigines. „Piss off!“ zischt die Veranstalterin, als die Wahl auf die Aborigines zu fallen droht. Damals war Rassismus noch einfach und unverstellt.

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