Inmitten eines Ungewitters findet ein junges syrisches Paar Schutz in einer abgelegenen Pension an der dänischen Nordseeküste. Doch die Zuflucht erweist sich als Falle. Ein Killer tötet sieben Gäste, nur Malu (Sarah Perles) kann fliehen. Da solch ein Gewaltverbrechen in Dänemark zuletzt im Zweiten Weltkrieg passiert ist, Spuren zudem nach Deutschland und Belgien weisen, wird eine internationale Sondereinheit formiert.

Vor drei Jahren hatte das ZDF schon einmal solch ein Team gemeinsam mit vier europäischen Partnersendern zusammengeführt. Die Serie mit Jasmin Gerat, Veerle Baetens und Lars Mikkelsen erreichte sonntags um 22 Uhr beachtliche Quoten von bis zu vier Millionen Zuschauern. Die federführenden dänischen Autoren und Regisseure behalten die Idee des Trios bei, stellen es aber komplett neu zusammen. 

In der ZDF-Mediathek gibt es die Serie im Original mit englischen Untertiteln

Die Köpfe des neuen „Joint Investigation Teams“ sind die Dänin Nelly Winter (Maria Bach Hansen), die Belgierin Paula Liekens (Lynn Van Royen) und der Deutsche Gregor Weiss (Jürgen Vogel). Die Sprachbarriere wird, wie gehabt, einfach eingeebnet. Die in den jeweiligen Landessprachen gedrehte Serie wird fürs ZDF komplett synchronisiert, was nicht immer plausibel erscheint. So versteht die geflüchtete Malu die freundliche Dänin Helle Nielsen (Josephine Park), die sie aufnimmt, erst gar nicht, kurz darauf unterhalten sich die beiden fließend. Doch während das Fernsehpublikum nach allen Erfahrungen Untertitel ablehnt, bietet die ZDF Mediathek die Serie im Original mit englischen Untertiteln an, was anstrengender ist, sich aber durchaus lohnt.

Die Handlung dagegen nutzt natürlich die Vielfalt der Schauplätze, springt munter zwischen der Nordseeküste, Kopenhagen, Hamburg, Brüssel, Wien, Graz und Syrien hin und her. Hintergrund der Morde an der Küste und vieler folgender Gewalttaten ist der Kampf um Raubkunst aus Syrien – speziell um ein vierteiliges Goldfries „Der Garten von Ischtar“, das nur komplett seine volle Wirkung entfaltet, ob ökonomisch, kulturell, historisch oder religiös. Denn der Besitzer darf sich als Bewahrer des Kulturerbes fühlen, könnte aber auch viel Geld herausschlagen, das beispielsweise für Waffen in Syrien oder für Anschläge in Europa dienen kann. Der internationale Dreh führt dazu, dass die im Deutschen als „IS“ bekannte islamistische Terrortruppe auch in der Übersetzung „Caliphate Union“, kurz „CU“ genannt wird, was so locker klingt wie „See You“. 

Das sind die Charaktere der neuen Staffel

Zwei Figuren sind besonders eng mit dem „Garten von Ischtar“ verbunden. Zu einen jene Malu, Tochter des syrischen Museumsdirektors, die den Fries vor den Kriegswirren retten und nach London bringen will und permanent auf der Flucht ist. Gejagt wird sie von einem ehemaligen syrischen Geheimdienstoffizier (Navid Negahban), der eine Blutspur quer durch Europa zieht und dessen Motive lange unklar bleiben. 

Finanzier des Kunstschmuggels ist wiederum ein Wiener Millionär (Erwin Steinhauer), der seine illegalen Geschäfte über ein Galeristenpärchen abwickeln lässt – hier fällt Nora Waldstätten als herrlich hysterische Antreiberin auf. 

Das Team, das Malu schützen will und den Killer stellen muss, findet sich erst mühsam zusammen. Allzu stark werden die privaten Hintergründe des Trios ausgestellt, was wie eine Konzession an das reifere ZDF-Publikum wirkt und den Handlungsfluss immer wieder bremst. Chefin Nelly kommt als durchtrainierte, kampferprobte Amazone daher, die zuvor in Kongo und Ruanda eingesetzt war. Die Brüsselerin Paula arbeitet mit dem Laptop, überwacht permanent Telefone und zoomt sich via Satellit in syrische Camps hinein. Jürgen Vogel als Hamburger Kommissar schließlich ist ein Kumpeltyp, der auch mal mit den Fäusten arbeitet. Irgendwann ist jeder mal mehr oder weniger schwer lädiert, was den Zusammenhalt befördert. 

Ansehnliche Krimispannung mit vorhersehbaren dramaturgischen Mustern

Insgesamt sieben Stunden Krimi, beim ZDF in vier Teile zerlegt, bei Arte auf drei Abende verteilt, sind in diesem Fall allerdings deutlich zu viel. Die zweite Auflage des Teams ist zwar übersichtlicher als die erste Staffel, walzt dabei manches dramaturgische Muster aber zu sehr aus: Der Killer killt und Malu flieht. Doch auch wenn der Spannungspegel zwischendurch mal sinkt, bietet „The Team 2“ immer noch ansehnliche Krimispannung, deren politischer Hintergrund mitunter noch bedrohlicher wirkt als die Morde. Denn Assads Regierung verlangt die Auslieferung von Malu als Kunsträuberin – und Dänemark gibt dem Ersuchen statt.